Sommer 2025

Heikendorf, Samstag 17.05.2025

Moin

Es geht wieder los, die Segelsaison beginnt. Gisela, Kimi und ich sind begierig, „Leinen los“ zu hören, die meiste Begeisterung ist wohl auf meiner Seite.

Morgen fahren wir mit einem vollgepackten Auto – O-Ton Gisela: kann das Auto so viel zuladen? – nach Loftahammar. Am Montag soll die Lambo ins Wasser kommen. Wird spannend wie immer, wenn dein Schiff am Haken hängt. Alles dicht? Batteriecheck, Motor Probelauf. Dann wird aufgeriggt: Masten setzen, Wanten spannen, Bäume und Segel anschlagen. Bevor die Lambo beladen wird muss das ganze Schiff geputzt werden, alle Wände, Decken und Schapps werden nass gewischt.

Dienstag wird eingekauft und die Lambo ausreichend verproviantiert, Mittwoch stechen wir in See, zunächst Richtung Süden.

Soweit der Plan, aber manchmal kommt das Leben dazwischen, klopf auf Holz.

Mast- und Schotbruch

knut

Donnerstag, 22.05.25, Abends auf Idö

Die letzten Tage waren mit einigen Arbeiten ausgefüllt. Am Montag kam die Lambo ins Wasser, nachdem die Werft die letzten Ausbesserungen abgeschlossen hatten. Sollten schon vor 14 Tage erfolgen, aber sie sind immerhin fertig geworden. Bis zum Schlafengehen haben wir angefangen, das Schiff zu putzen, sind aber nicht fertig geworden, morgen ist auch noch ein Tag. Die erste Nacht auf dem Schiff war recht frisch, die Heizung sprang nicht an.

Am Dienstag war Mastsetzen angesagt, damit hatte die Werft ihren Job erledigt. Gisela hat den Großeinkauf gemacht, ich habe das Rigg getrimmt und die Bäume angeschlagen. Gefühlt tausend Kleinigkeiten fallen an, am Abend war die Lambo zum Auslaufen bereit.

Mittwoch ging es einen kleinen Schlag (17sm) nach Västervik, wir hatten keine Kaffeekanne mitgenommen. Nach dem Einkauf noch einmal in das Restaurant Mocca Deli, Pizza essen. Zurück auf dem Schiff funktionierte die Heizung, Gottseidank.

Die nächsten Tage soll laut Windvorhersagen der Wind aus südlichen Richtungen kommen, unsere Pläne einige Tage nach Süden zu segeln haben sich damit erübrigt. Ein Hüpfer aus der Schlängelei um Västervig  ging nach Idö, laut Hafenhandbuch sehr nett. Aber hier ist mausetote Hose. Kein WC, keine Dusche, kein Café, alles verrammelt. Im Sommer muss es hier richtig brummen, das Restaurant oberhalb des Hafens hat mindestens 80 Plätze und ist ganz neu.
 

Aber am Steg gibt es Strom, unser Heizöfchen macht das Deckshaus warm. Denn die Heizung funktioniert nicht. Auch nach vier Stunden Fehlersuche kein Erfolg.

Morgen geht es nach Gryts Varv (30sm), ein größerer Yachthafen mit gutem Restaurant, hoffentlich hat da die Saison schon angefangen.

Idö, 20 Uhr, sonnig, 10°

Donnerstag, 22.05.25, Abends auf Idö

Die letzten Tage waren mit einigen Arbeiten ausgefüllt. Am Montag kam die Lambo ins Wasser, nachdem die Werft die letzten Ausbesserungen abgeschlossen hatten. Sollten schon vor 14 Tage erfolgen, aber sie sind immerhin fertig geworden. Bis zum Schlafengehen haben wir angefangen, das Schiff zu putzen, sind aber nicht fertig geworden, morgen ist auch noch ein Tag. Die erste Nacht auf dem Schiff war recht frisch, die Heizung sprang nicht an.

Am Dienstag war Mastsetzen angesagt, damit hatte die Werft ihren Job erledigt. Gisela hat den Großeinkauf gemacht, ich habe das Rigg getrimmt und die Bäume angeschlagen. Gefühlt tausend Kleinigkeiten fallen an, am Abend war die Lambo zum Auslaufen bereit.

Mittwoch ging es einen kleinen Schlag (17sm) nach Västervik, wir hatten keine Kaffeekanne mitgenommen. Nach dem Einkauf noch einmal in das Restaurant Mocca Deli, Pizza essen. Zurück auf dem Schiff funktionierte die Heizung, Gottseidank.

Die nächsten Tage soll laut Windvorhersagen der Wind aus südlichen Richtungen kommen, unsere Pläne einige Tage nach Süden zu segeln haben sich damit erübrigt. Ein Hüpfer aus der Schlängelei um Västervig  ging nach Idö, laut Hafenhandbuch sehr nett. Aber hier ist mausetote Hose. Kein WC, keine Dusche, kein Café, alles verrammelt. Aber am Steg gibt es Strom, unser Heizöfchen macht das Deckshaus warm. Denn die Heizung funktioniert nicht. Auch nach vier Stunden Fehlersuche kein Erfolg.

Morgen geht es nach Gryts Varv (30sm), ein größerer Yachthafen mit gutem Restaurant, hoffentlich hat da die Saison schon angefangen.

Idö, 20 Uhr, sonnig, 10°

Sonntag, 25.05.2025, abends in Arkösund

Am Freitag 23.05. war Gryts Varv unser Ziel, 30sm nördlich. Ist zwar ein langer Schlag für unsere Crew (Kimi), aber dazwischen gibt es keine Häfen. Der Wind kam genau aus Süd mit 4 Bft, an sich moderat, aber halt genau von achtern. Es hat ordentlich geschaukelt, Kimi war not amused. Nach 7 Stunden waren wir dann am Ziel.

In Gryts Varv am Steg kommt uns ein Mann entgegen: „Das Restaurant ist noch nicht offen, aber wir sind ja da und können euch Schnitzel und Pommes anbieten“. Prima, wir kommen.
Im Lokal ist nur ein Tisch gedeckt, der Wirt kommt und eröffnet uns, dass sie erst am 25.05. die Alkohollizenz erhalten, er kann nur Softgetränke anbieten. Trinken wir den Wein halt anschließend an Bord.
Es ist definitiv noch keine Saison in Schweden. Aber die Toiletten und Duschen sind geöffnet. Da Gryts Varv nur eine große Werft ist, gibt es außer dem Restaurant keine Infrastruktur, deshalb sind wir am nächsten Tag weitergesegelt.

Samstag, 24.05. wollten wir nach Tyrislöt (13sm), da waren wir bisher noch nicht. Nach dem gestrigen langen Schlag war das eine Erholung, da zwischen den Schären kaum Seegang ist.
Laut Hafenhandbuch ein netter Hafen mit Campingplatz und kleinem Laden. Sowohl Gisela als auch ich haben das Hafenhandbuch nicht richtig gelesen, es gibt dort nämlich keinen Strom und kein Wasser am Steg,  Toilette und Dusche können am Campingplatz benutzt werden. Was nun?

Nach einem Spaziergang für Kimi hieß es „Leinen los“ und ab nach Arkösund (15sm), bei leicht zunehmendem Wind. Auch in Arkösund ist der Hafen leer, das Hotel hat noch nicht geöffnet, eine Kneipe hat Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 16 Uhr geöffnet.
Aber es gibt Wasser und Strom am Steg, die Toiletten und Duschen sind nur 300m entfernt und der ehemals kleine Lebensmittelladen ist frisch renoviert und hat ein großes Angebot. Alles ok.

Die Sache mit Querwind (5Bft) und Anlegen ist nicht einfach für die hohen Aufbauten der Lambo. Nach dem 3. gescheiterten Versuch, in Lee an den Steg zu gehen, haben wir halt den Steg in Luv genommen. Für Nichtsegler: In Lee wirst du vom Steg weggedrückt und liegst ruhig, in Luv wirst du auf den Steg gedrückt und die Fender dazwischen knarzen die ganze Nacht.
Am nächsten Morgen haben wir dann mit Hilfe eines Schweden dann doch an einem Platz in Lee  festmachen können.

Morgen bleiben wir noch hier, am Dienstag geht es weiter, mal sehen wohin.

Sonntagabend, 21:30 Uhr, bewölkt, 13°, Wind aus Süd 5Bft

 

Nävekvarn, Donnerstag, 29.05.2025

Zur besseren Verfolgung unseres Törns habe ich auf vielfachen Wunsch eine Karte mit Stationen angefertigt. Ich vergesse immer wieder, dass nicht alle Schweden so gut kennen wie ich, sorry.
 

P1          Västervik, etwas nördlich ist Loftahammar, da lag die Lambo im Winterlager
P2          Gryts Varv
P3          Arkösund
P4          Oxelösund
P5          Trosa
P6          Nynäshamn
P7          Dalarö
P8          Stavsnäs
P9          Sandhamn
P10        Stockholm
P11        Furusund

Das sind die Hauptstationen auf unserem Weg nach Norden bis wir wieder umdrehen, dann gibt´s eine Aktualisierung der Karte.

Am Dienstag sind wir von Arkösund nach Nävekvarn (11sm, östlich P4) bei zunächst sehr moderaten, südlichen Winden gesegelt. Wir lassen uns viel Zeit, denn wir werden erst am 16. Juni in Stavsnäs (P8) erwartet.

Im Laufe der nächsten Stunden frischte der Wind auf, bei Raumschotkurs (Wind quer zum Schiff bis achterlich) lief die Lambo in der Spitze 6kn.

Aber auffrischender Wind (5Bft) ist dann nicht mehr lustig, wenn du in den Hafen kommst und nur Stege in Luv vorhanden sind, du wirst von Steg durch den Wind weggedrückt. Zunächst hatten wir einen Platz in Lee, Gisela wie üblich sofort an Land mit Kimi, ich räume auf. Dann wurde ich aber vertrieben, weil dort Yachten zu Wasser gelassen wurden. Gottseidank war auf dem Leesteg ein Mitarbeiter der Werft und hat die Leinen angenommen. Bis dann die Lambo sicher am Steg lag waren Muckis gefordert.

Nävekvarn hat eine lange industrielle Tradition, hier wurden seit dem 16. Jahrhundert Gussteile hergestellt, unter anderem für Kanonen für den Dreißigjährigen Krieg. Das Gießereigeschäft wurde bis 2010 weitergeführt, heute sieht man davon nur wenige Überreste. In jedem 2. Häuschen standen damals die Holzöfen zur Schmelze des Eisens. Wo früher die Gießerei war, ist heute eine große Werft für Segel- und Motoryachten, es wird eifrig geslippt. Heute zeigt nur noch das Herregard vom alten Reichtum.

Nävekvarn ist wie viele schwedische Kleinstädte geprägt von Einfamilienhäusern mit großen Vorgärten, die Rasen sauber getrimmt.

Noch ein kleiner „Ausflug“ ins Maritime. Auf der Karte seht ihr waagerechte und senkrechte Striche. Die waagerechten stellen die Breitengrade, die senkrechten die Längengrade dar. An den Seiten der Karte sind Gradzahlen aufgetragen, z.B. 58° 38´ und 016° 48´. Entfernungen werden an der rechten oder linken Seite gemessen, so sind es von Arkösund nach Nävekvarn ca. 10sm.

Morgen geht es weiter nach Oxelösund, heute waren nur schwache Winde aus West  (genau von achtern = von hinten) angesagt, deshalb haben wir noch einen Tag drangehängt.

Nävekvarn, 17 Uhr, strahlend blauer Himmel, 19°

Montag, 02.06.2025, abends Aspöfladen

Ich war etwas faul mit schreiben, aber es ist bis heute nichts Bewegendes passiert.

Am letzten Freitag hieß das Ziel Oxelösund (P4), alles ganz easy, gerade mal 13sm bei moderaten Winden.
Oxelösund hat einen Industriehafen und zwei Yachthäfen, einer bei der Stadt und einer etwas außerhalb am Naturschutzgebiet Femöre.

Der Hafen bei der Stadt ist richtig aufgemotzt worden, Wildgänse finden das auch schön.

Attraktiv ist Oxelösund vor allem durch die Einkaufsmöglichkeiten.
Es gibt ICA, Systembolaget, Apotheke und einiges mehr.
ICA ist DIE Lebensmittelkette in Schweden. Gestaffelt nach Größe, ICA Nära (Tante Emma), ICA (wie kleiner Edeka), ICA Maxi und ICA Kwantum, ein Vollsortimenter.
Im Systembolaget gibt es Alkoholika mit mehr als 3,5% Alkohol, in Supermärkten gibt es nur Dünnbier, max 3,5%.
Aber der Systembolaget hat nur begrenzte Öffnungszeiten. Das staatliche Unternehmen dient als Instrument der Alkoholpolitik mit dem Ziel, den Alkoholkonsum in Schweden einzudämmen. Na den Prost und viel Glück.
Wir haben gebunkert.

Im vorigen Jahr sind wir nach Gamla Oxelösund gelaufen, 2km hin und 2km zurück am Eisenwerk vorbei in glühender Hitze. Hat sich aber gelohnt, denn wir haben in einem wunderschönen, alten Café im Garten Kaffee getrunken. Diesmal haben wir uns das verkniffen, war höchstwahrscheinlich eh noch geschlossen.
 

Wir wollten nur 2 Tage dort bleiben, aber auf Sonntagabend war Starkwind vorhergesagt und der kam auch. Mit 7Bft, in Böen 8Bft hat es gepfiffen, die Fender haben ordentlich Zunder gekriegt. Aber alles ist heilgeblieben.

Am Montagmorgen war es immer noch windig, Vorhersage 3 bis 4Bft. 14Sm bis zu unserem Tagesziel Aspöfladen, zwischen Oxelösund und Trosa, eine sehr schöne Ankerbucht inmitten eines Naturschutzgebiets. Hört sich nicht schlecht an.
Aus dem Hafen raus, in den Wind und Segel setzen. Hoppla, das sind eher 5Bft. Wir laufen vor dem Wind und durch die wechselnden Kurse zwischen den Inseln und Untiefen müssen wir eine Halse nach der anderen fahren. Die Gefahr dabei ist das ruckartige Umschlagen der Bäume, wenn der Wind bei der Drehung in die andere Seite des Segels fällt, hohe Belastung für Rigg und Nerven. Gisela wird eine Meisterin in Schiften der Bäume.

Und dann fällt der Autopilot aus, zeigt genau in die Gegenrichtung. Ist saublöd, weil ab jetzt wird per Hand gesteuert und das ist gewöhnungsbedürftig für Gisela. Wird immer besser, der Skipper kann faulenzen.

Kurz vor Aspöfladen wehrt sich der Besan gegen das Segelbergen. Das Segel in 1/3 unten und es bewegt sich nichts mehr. Wir segeln also in die wunderschöne Bucht und können an einer Boje mittendrin festmachen.

Kimi muss an Land zum pinkeln, geht nur mit Beiboot. Also E-Motor auspacken, montieren, anschließen und Probestart. Nichts.
Der Motor braucht einen Magneten, per Leine am Handgelenk zu tragen für den Fall des Überbordgehens. Der Magnet ist unauffindbar. Also rudern. Kimi ins Boot (sehr ungern) und dann an Land.

Es war ein etwas anderer Segeltag, aber das Problem des Besans konnte gelöst werden und der Autopilot scheint sich auch wieder berappelt zu haben. Mal sehen, wie es uns morgen Richtung Trosa geht.

Abends 22 Uhr, 18°, sonnig, 4Bft aus West.

Mittwoch, 04.06.2025, abends Trosa

Eine Tag, um das Halse-Manöver zu trainieren. Gezählt habe ich nicht, aber auf den 15sm nach Aspöfladen haben wir gefühlt 30 mal gehalst. Ging immer besser, trotz manuellem Steuern. Die Korrektur des Autopiloten war doch nicht erfolgreich gewesen.
Das Problem mit dem Besan lag an der Manöverleine, die den Besan zum Bergen (Segel runter holen) in den Baum einrollt. Die Leine war aus der Trommel gesprungen und hat einen Überläufer produziert. Wicklung für Wicklung musste die Leine von der Trommel gepult werden, nach einer ¾ Stunde mit viel Gefluche war es geschafft. Dann den Besan aus der Unterliekschiene abschlagen und als Rolle an Deck legen.

Aspöfladen ist eine wunderschöne Bucht im Naturschutzgebiet Stendörren auf Aspö. Viele kleine und größere Inseln, die zum Teil mit Hängebrücken verbunden sind. Wir haben mitten in der Bucht an einer Boje der schwedischen Kreuzerabteilung festmachen können. Eine Schweizerin, die alleine unterwegs war,  hatte sie gerade freigemacht.

Am Dienstag bei leichten, südlichen Winden ging es nach Trosa (P5), auch ein Katzensprung. Seit 2 Wochen haben wir fast nur südliche Winde, hoffentlich dreht das irgendwann mal um.

Trosa ist entlang der Trosaan eine sehr schöne alte Stadt, abseits davon gibt es allerdings Neubaugebiete, aber keine Hochhäuser. Da sich seit letztem Jahr nichts geändert hat, hier die alten Bilder. Hier werden übrigens die Inga Lindström Filme gedreht.
 

In Trosa hat der liebe Kimi in letzten Jahr ein unfreiwilliges Bad im Hafen genommen, beim Sprung auf die Lambo gings daneben. Bei der Rettungsaktion habe ich dann auch noch meine beste Brille verloren.

Zu erwähnen sind noch die Reparaturen. Der Besan ist wieder startklar, den Autopiloten habe ich neu kalibriert und hoffe, in die richtige Stellung. Und die Heizung hat sich auch wieder zur Arbeit gemeldet.

Morgen geht es nach Landsort auf der kleinen Insel Öja, halbwegs zwischen Trosa und Nynäshamn (P6).

Trosa abends 22 Uhr, bewölkt, 14°, schwacher Südwind

 Montag, 09.06.2025, abends auf Utö

Zunächst Landsort auf Öja, Donnerstag 05.06.

Die Insel Öja ist 4km lang und 400m breit, genau von Nord nach Süd gerichtet. Landsort leitet sich ab von „Lands oort“, das südlichste Kap des Landes. Im malerischen Dorf (Storhamn) am Südende der Insel ist eine der wichtigsten Lotsenstationen Schwedens, die meisten der 25 bis 30 Bewohner sind mit dem Lotsendienst verbunden. Und jeder hat einen Briefkasten.

Ein kleiner Laden, ein Café, eine Kirche, vielmehr gibt es nicht. Heute ist alles noch geschlossen, wie bisher überall. Aber im Sommer letzten Jahres war hier richtig was los.

 

Der Hafen Skravleviken im Norden ist sehr klein, Toiletten und Duschen sind vorhanden, kann man aber auch bei einem Hafengeld von SEK 385 (ca € 35) verlangen.
Die Hafengebühren haben überall deutlich angezogen.

Gesegelt sind wir auch, ganz gemütlich die 15sm bei moderatem Wind aus den richtigen Richtungen. Gegen Abend wurde es dann doch ruppiger und wir waren froh, windgeschützt in der Bucht zu liegen.

Nynäshamn (P6), Freitag 06.06. bis  Samstag

Der Wind kommt genau aus Süd und wir müssen genau nach Nord. 5Bft und alte Windsee, kein gemütliches Segeln mehr. Wir versuchen es, aber trotz Bullenstander eiern wir in den Wellen hin und her. (Bullenstander nennt man eine Leine von der Baumnock weit nach vorn um den Großbaum zu stabilisieren.) Die Hälfte gesegelt und dann den Rest motort.
Rechtzeitig im Hafen zu sein lohnt sich manchmal, speziell wenn es immer stärker windet. Am Abend legt der Wind auf 7Bft im Hafen zu, drei Leinen am Steg und zwei Leinen an der Boje und du kannst ruhig schlafen.
Hier in Nynäshamn ist am Hafen schon richtig was los, die Restaurants haben offen, bei den Eisdielen stehen die Leute auch schon Schlange, der Gemüsestand hat wie im letzten Jahr tolles Gemüse und in der Rökeri steppt der Bär. Drei Frauen hinter der Theke und im Laden warten über 10 Menschen auf Bedienung. Wenn du hier reingehst kommst du mit mehr raus, als du einkaufen wolltest.

Nynäshamn hat auch eine gediegene Seite, eine Insel etwas abseits der Stadt.

Vor 2 Wochen habe ich ziemlich heftig das Schienbein poliert, gestolpert und an der Treppenstufe zum Halten gekommen. Der 5 cm Riss will nicht richtig heilen, also will ich zu einem Doktor und mir was verschreiben lassen.
In Nynäshamn gibt es keine Arztpraxis. Ich müsste zum nächsten Krankenhaus ca. 35km Richtung Stockholm. Was dem Herrn Lauterbach so vorschwebte ist hier in Schweden schon lange Wirklichkeit. Es wird auch ohne Arzt gehen, dauert nur etwas länger.

Auf Utö, Sonntag 08.06. bis Montag

Von Nynäshamn nach Utö sind es nur 12sm, aber ohne Wind sind es halt 12sm unter Motor. Unsere Bilanz Segel- gegen Motormeilen verschlechtert sich zusehends, nur noch 92 zu 70. Aber Nynäshamn lädt nicht zum weiteren Verbleiben ein, ist halt nur eine andere Stadt.

Auf Utö waren wir schon letztes Mal, allerdings im Juli. Da war es richtig voll, mit Ach und Krach haben wir noch einen Platz, eingezwängt zwischen zwei Motoryachten ergattert. Heute ist der Hafen leer, mit uns noch zwei Segelyachten und eine dicke Motoryacht. Weil nix los ist, legen wir uns längsseits an den Steg, ist zwar teuer aber der Kimi kommt besser von Bord.

Die Liegegebühr für eine Nacht inkl. Elektrizität beträgt SEK 920, ungefähr € 82! Unglaublich

Je näher man nach Stockholm kommt, desto teuer werden die Gebühren, aber so viel?

Mal sehen, wie es in Dalarö aussieht, da wollen wir morgen hin. Vorausgesagt sind 4Bft aus südlichen Richtungen, könnte ein schöner Segeltag werden.

Abends 22 Uhr, bedeckt, 15°, schwachwindig

 

Samstag, 14.06.2025, abends Saltsjöbaden

Dalarö

Am Dienstag, 10.06. sind wir wieder einmal einen kurzen Schlag gesegelt, Kurs Nordwest von Utö nach Dalarö. Ein paar Segelmeilen haben den Abstand zu den Motormeilen wieder etwas vergrößert. In Dalarö wollen uns mein Bruder mit Frau und Hund Spot auf ihrer WoMo-Tour besuchen.
 

Es waren zwei lustige Tage, viel erzählt und viel gelacht. In Dalarö gibt es viel zu sehen, es ist ein gemütliches Städtchen mit einem sehr guten Restaurang, das Ankaret. Wir waren an beiden Abenden dort!
   

Wir haben uns dann mal um das Problem der Steuerung gekümmert. Die Vermutung war mangelndes Hydrauliköl. Es fehlte tatsächlich Öl, aber die anschließende Probefahrt  zeigte den gleichen Fehler, der Autopilot kann den Kurs nicht halten. Die Fehlersuche geht weiter.
   Uns gibt es auch noch

Noch ein kleiner Ausflug ins schwedische Gesundheitswesen. In Dalarö gibt es eine Vårdcentral, besetzt mit einer Krankenschwester und jeden zweiten Tag kommt ein Arzt. Die Krankenschwester hat mein Bein versorgt und am nächsten Tag hat der Arzt auch draufgeschaut, ein paar Fragen gestellt und mir ein Antibiotikum verschrieben. Die Information hat er an eine Apotheke geschickt, dort kann ich sie abholen. Wie, nicht hier in Dalarö? Nein, in Västerhaninge, und nur dort. Nach Västerhaninge sind es nur 25km, mit dem Bus einmal umsteigen. Gottseidank kann mein Bruder mit seinem WoMo den Bus ersetzen. Ist schon gewöhnungsbedürftig.

Unter am Fähranleger haben wir dieses Faltblatt gefunden. Es zeigt die diversen Fährverbindungen rund um Stockholm. Man hat das Gefühl,  jeder Steinhaufen wird angelaufen.

Saltsjöbaden

Am Freitag, den 13.06. Richtung Norden. Als Seemann ist man abergläubig und beginnt keine Reise an einem Freitag. An einem Freitag, den 13. verlässt man nie den Hafen. Auf See bin ich auch etwas abergläubig, 😉habe mir aber nix anmerken lassen. Schwacher Wind aus Süd brachte uns dann einen Motortag mit 14sm.

Saltsjöbaden ist ein Ort mit der Geschichte feinerer Kreise. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam ein gewisser K.A. Wallenberg auf die Idee, dass Stockholm ein Seebad braucht. In Rekordzeit wurde das Seebad gebaut, die Reichen und Schönen bauten schicke Villen, das Grandhotel wurde gebaut, der Eisenbahnanschluss erstellt und die drei Seebadenanstalten geschaffen. Eins für die Damen, eins für die Herren und eins dazwischen. Das ist heute alles tip top in Schuss, eine wahre Augenweide. Beim Anlegen hatten wir keine Zeit zu fotografieren, werde ich aber nachreichen.
  

 Beim Großeinkauf haben wir vor dem ICA einen klimatisierten Hundeparkplatz gefunden.

Am Dienstag kommen Klaus und Nici aus Ulm und werden ein paar Tage mit uns segeln. Die Wettersituation ist nicht stabil, deshalb ist unser nächsten Ziel noch unbekannt, irgendwo in der Nähe von Stockholm

Saltsjöbaden, 22 Uhr, 19°, schwachwindig

Es steppt der Bär (Vorglühen für Midsommar nächstes Wochenende), aber um 24 Uhr ist Stille.

 

 Montag, 16.06.2025, abends Stavsnäs

Und wieder ein Motortag. Wir müssen nach Stavsnäs, also bleibt uns nur der Motor, auch Volvo-Genua genannt. Nach dem lauten Abend – Schluss war Punkt Mitternacht – sind wir  um 11 Uhr von Saltsjöbaden Richtung Stavsnäs aufgebrochen. Wollten dann einen Zwischenstopp in Malmakvarn einlegen, kennen wir vom vorigen Jahr, ist sehr gemütlich.
Nach dem Anlegen mit Hilfe der Hafenmeisterin scheint alles klar, aber als wir ein paar Stunden später buchen wollen, nix da! Der Hafen nimmt nur Yachten bis 8to Gewicht auf. Im letzten Jahr war das kein Problem, aber heute müssen wir weiter in die nächste Bucht, auf Skeppersholmen.
Hier ist gar nichts los, denn das ist eine Insel, 50m breit und 200m lang, hat aber einen gut ausgebauten Hafen. Eine Sauna mit Holzofen, Aussendusche mit warmen! Wasser, Vereinsheim und abends ist der Steg beleuchtet. Hier in der Saison ist bestimmt was los, aber heute ist tote Hose. Strom gibt es und die Toilette ist offen. Wir haben also eine Insel für uns alleine.
   

Stavsnäs ist ein Fährhafen zu den nahe Inseln, riesige Parkplätze, aber kein gemütlicher Segelhafen mit Atmosphäre. Etwas weiter weg findet man viele neue Einfamilienhäuser mit top gepflegten Gärten und man kann da schön laufen. Wir warten auf Klaus und Nici, die morgen im Laufe des Tages eintrudeln werden.
Morgen früh soll der Wind erst aus Nordwest kommen, dann gegen Mittag einschlafen und dann wieder aus Südwest mit 3 bis 4Bft wehen. Da wollen wir hin, wieder schlecht. Und das an Giselas Geburtstag.

Noch ein paar Impressionen von Saltsjöbaden.
Links das Damenbad, rechts für die Herren und in der Mitte gemischt

Damenbad
Herrenbad

Vom Bootsanleger bis zum Haus muß man ganz schön kraxeln.

Abends 21 Uhr, 19°, Wind 3Bft aus Südwest

Freitag, 20.06.2025, abends Stockholm, Wasahamn

 

Am Dienstagnachmittag sind Klaus und Nici gekommen und wir haben kräftig Giselas Geburtstag gefeiert. Geplant sind 7 Tage Segeln, aber wohin solange mit dem Auto? Die Parkpreise von sek250 (ca. €22) pro Tag sind nicht wenig und die Plätze sind offen und nicht bewacht.

Vormittags gehen Gisela, Kimi und ich durch die Siedlung und kommen an einem Haus mit großem Carport vorbei, das wäre genau das Richtige. Knut:“ Wenn ich dort jemand sehe, spreche ich ihn an“. Da kommt eine Frau zur Tür raus und ich schildere mein Problem und frage, ob wir hier das Auto für eine Woche abstellen dürfen. Die Frau antwortet auf Deutsch, wie das denn ablaufen sollte. Lange Rede, kurzer Sinn: es klappt, wir können das Auto bei ihr abstellen, als Parkgebühr will sie nur €50 akzeptieren. Brandenburg, sei gegrüßt.

Zunächst steht Stockholm auf dem Plan und am Mittwochmorgen geht es nach einem gemütlichen Frühstück bei gutem Westwind nach Süden. Aber um die Ecke Richtung Saltsjöbaden kommt der Wind dann doch genau von vorne und der Rest übernimmt die Volvogenua.

In Saltsjöbaden wird dann das Geburtstagessen nachgeholt und am nächsten Morgen durch ein wunderschönes, enges Fahrwasser Richtung Stockholm motort.
 

Erst dann zum Schluss waren noch ein paar Segelmeilen drin. Angelegt haben wir dann wie im letzten Jahr im Wasahamn direkt am Wasamuseum.
Ich habe dann ein Taxi zum Krankenhaus in Danneryd genommen, damit ein Doktor mein Bein besichtigt und mir ein Antibiotikum verschreibt, das wirkt. Hab dann auch eine 24h-Apotheke gefunden und ein hoffentlich wirksames Mittel erstanden. Klopf auf Holz.

Am Freitag (Midsommarafton, hoher Feiertag in Schweden, sind fast alle Geschäfte geschlossen, aber Nici und Gisela erststehen bei Ålehns ein T-Shirt – sogar im Ausverkauf! Dann sind wir durch Gamla Stan (Altstadt) geschlendert und haben einen kleinen Imbiss genommen. Zu Midsommar haben viele Frauen Blumenkränze im Haar, traditionell Gänseblümchen aber Plastik geht auch.

 

Am Abend hat uns Klaus dann erneut zum Geburtstagessen eingeladen und wir sind mit dickem Ranzen zurück aufs Schiff. Nach 15000 Schritten waren alle müde und sind ziemlich schnell ins Bett.

Morgen geht es nach Grinda, ca, 21sm allgemeine Richtung Nordost. Sollte gemütliches Segeln bei Wind aus Südwest und 4Bft sein.

Stockholm, 23 Uhr, 17°, kein Wind

Mittwoch, 25.06.2025, abends Telegrafholmen

Am Samstag, 21.06. war das Ziel Grinda. Bei tollen Bedingungen konnten wir durch die Schlängelei um Vaxholm nach Grinda segeln. Immer um 3 bis 4Bft aus Nordwest war es ein herrlicher Tag mit 17sm unter Segeln. Gut für das Segelkonto. Klaus hat es sich nicht nehmen lassen zu steuern, ich hatte keine Chance, war mir sehr recht. Es gibt nix Besseres als sich bedienen zu lassen. Und dann hat er auch noch das Spülen übernommen.

Grinda ist mittlerweile zu einer unserer Lieblingsinseln geworden, man kann dort sehr schön laufen, das gemütliche Ambiente, vom Wärdshus hat man einen schönen Blick über die Bucht und essen kann man da auch sehr gut. Aber wir haben selbst gekocht, Nici hat uns Thunfischsteaks serviert, wir haben geschwelgt.

  
 

Nach Sandhamn war es dann wieder aus mit dem schönen segeln. Schwacher und wechselnder Wind brachte dann kaum Zuwachs aufs Segelkonto. Wir haben die Situation ausgenutzt, um mal wieder den Autopiloten zu testen, waren aber wieder nicht erfolgreich. Im Hafen wurde der Fluxgate-Kompass komplett demontiert, alle Kontakte ausgemessen, die Kabel getestet und alle Werte waren in Ordnung. Trotzdem läuft die Lambo nach 2 Minuten aus dem Kurs, zum Verzweifeln.

Ablenkung gab es dann bei Pelle P. Es wurde Poloshirts, Hosen, Hoodies gekauft, war auch ein bisschen Frust dabei. Im Seglerheim am Abend gab es ein schönes Essen mit Blick auf den Hafen.
 

Montagmorgen waren es nur 8sm bis Stavsnäs, wo Klaus und Nici am Dienstag abgemustert haben. Es war eine tolle Woche voll lustiger Erlebnisse, Erinnerungen an frühere Törns, Geschichten aus den Familien, gutes Essen und viel Humor.

Die nächsten Ziele liegen alle im Norden, da brauchen wir südliche Winde. Blöderweise gibt es ab Donnerstag günstige Winde und so hangeln wir uns halt am Mittwoch zurück nach Sandhamn, jetzt aber in den Hafen Telegrafholmen. Hier treffen wir auch wieder Herrmann und Anja von der Obelix, die wohnen im Sommer in Schweden bei Västervik und im Winter in Eckernförde. Heiße Tipps von Plätzen, die in keinem Hafenhandbuch zu finden sind wurden getauscht und das eine oder andere Getränk konsumiert. Ups, und auf einmal ist es schon wieder fast Mitternacht.

Sandhamn ist fest in Stockholms Hand. Hier triffst du die Reichen und Schönen, zwar nicht mondän, aber es muss viel Geld dahinter stehen. Man lässt die Töchter am Abend auch mal nach Hause fliegen, kost ja fast nix?
 

Für einen ausführliche Rundgang über die Insel Sandön war dennoch Zeit und wir sind wieder an der Brandt´schen Villa vorbeigekommen. In den Krimis von Viveca Sten wird so eine Villa beschrieben, wir glauben, dass sie das ist.
 
Im Värdshus von 1896 kann man hervorragend essen.

  Lökholmen

Sandhamn steht am Wochenende ganz im Zeichen der Regatta „Gotland runt“, 374sm Non Stopp. Der Rekord soll bei 17 Stunden liegen, kann man glaube ich nur mit solchen Yachten erreichen.
   

Morgen geht es nach Norden, aber erst am Nachmittag. Vorher hat es keinen Wind, aber dann  …..
Wir werden es erleben.

Telegrafholmen, 24:00, kein Wind, 16°                  so langsam könnte der Sommer kommen!

Samstag, 28.06.2025, abends Furusund

Am Donnerstag, 26.06. war das Ziel Långvik auf der Insel Möja, 12sm nördlich von Sandhamn. Wir haben spät die Leinen losgeworfen, in der Hoffnung auf günstige Winde. War eine gute Entscheidung, denn wir haben nur 1sm unter Motor gebraucht, inklusive Ab- und Anlegen und Segel setzen und bergen. Mal wieder ein schöner Segeltag.
Långvik hat einen Außen- und einen Innenhafen. Der Außenhafen ist ganz neu, Ringe und Bojen, Stromsäulen, Wasserstellen, alles vom feinsten. Auf der Suche nach dem Hafenbüro kommen wir an einer urigen Kneipe vorbei, in der das Hafenbüro ist.
Wir wollen hier ein Bier trinken, gibt aber Probleme. Das Internet ist zusammengebrochen, keine Kartenzahlung. „Wir zahlen mit Cash“. Antwort: „Wir nehmen kein Cash!“  ????
Er. „Jetzt nehmt euch erstmal was zu trinken, dann sehen wir weiter“.  Na gut.

Ich : „Und wie ist es mit Hafengeld, eine Nacht mit Strom“?

Er: „Kein Hafengeld, kein Strom, kein Wasser, keine Toilette, ist sehr kompliziert zu erklären.“

Am Nebentisch sitzt ein Mann vor seinem Bier und sagt: „Im Innenhafen gibt es Strom, Wasser, Toilette und Dusche, ich bin dort der Hafenmeister“. Es könnte sein, dass hier eine Rivalität Kapriolen geschlagen hat.
Da wir nur eine Nacht dort bleiben wollen, nehmen wir den Außenhafen.

Am nächsten Morgen geht es weiter Richtung Norden nach Furusund, eine kleine Insel ca. 100km Luftlinie nordöstlich von Stockholm, der nördlichste Punkt unserer diesjährigen Reise.
Das was der vorige Tag Positives für das Segelkonto gebracht hat, wird heute wieder relativiert. Schwache Winde, eingezwängt zwischen den langen Inseln Blidö und Yxlö bescherten uns viele Motormeilen.

Furusund ist wieder einmal ein typisches Dorf an der Küste, ein schöner Hafen mit kleinem Restaurang, schöne Häuschen mit gepflegten Vorgärten.
   
 

Aber es gibt relativ viel Autoverkehr. Furusund ist mit dem Festland durch Brücken verbunden, nach Blidö pendelt eine Seilfähre und zwischen Blidö und Yxlö pendelt eine weitere Seilfähre.

Und dann fahren pro Tag vier bis fünf Kreuzfahren hier vorbei nach oder von Stockholm kommend, fast so dicht wie bei uns in Heikendorf.

Morgen geht es auf die Insel Ingmarsö, dort soll es eine ganz tolle Bäckerei geben, wurde uns vom Hafenmeister wärmsten empfohlen. Die Wettervorhersage stimmt mich vorsichtig optimistisch, denn heute Nacht soll es nochmal richtig kacheln.

Furusund, 22 Uhr, bedeckt, 17°, kein Wind

Mittwoch, 02.07.2025, abends Djurönäset

Am Samstag, 29.06. bescherte uns ein stetiger Südwest mit 4 bis 5Bft einen schönen Segeltag nach Ingmarsö. Zwischen Schären ohne Ende war es doch anspruchsvoll, weil permanent hoch am Wind und manchmal scharf an den Flachstellen vorbei. Aber die Sonne brannte vom klaren Himmel, das erste Mal in diesem Sommer.
Und auf jeder Schäre sieht man Häuser, eines schöner als das andere. Es scheint hier viel Geld zu geben, vielleicht liegt es an der Nähe zu Stockholm.

Ingmarsö ist im Vergleich zu den meisten Schären groß, hat sich aber den Charakter einer kleinen Insel ohne Autoverkehr erhalten, wenn man von den vielen Quads, meist Elektro, absieht.

Ob das Feuerwehrhaus noch in Funktion ist wollte ich nicht fragen, hätte vielleicht zu ironisch geklungen.   

Es gibt hier in Schweden eine coole App, Dockspot, über die man in angeschlossenen Häfen im Voraus einen Liegeplatz buchen kann. Habe ich von Ingmarsö aus auf der Insel Djurö gebucht, 2 Nächte für sek 1113,20, rund € 100. Ein sehr kleiner Hafen, was ja nicht schlecht sein muss. Aber ohne Wasser, ohne Dusche und Toilette a`la Dixi doch ein wenig übertrieben. Laut Hafenmeister kann man oben im Konferenzhotel duschen. Ist ca. 400m entfernt und kostet sek 150. Wir sind ungeduscht ins Bett gegangen, hat man auf alten Seglern häufig gemacht.

Der Hafen ist auf der Ostseite von Djurönäset.

Ansonsten kann man hier schön durch den Wald über Trimm-dich-Pfade laufen uns kommt auch an einer Bushaltestelle vorbei, Richtung Stockholm. Hier kann man ruhig etwas früher kommen, die Zeit wird einem nicht langweilig.
 
 
Es gibt abgesperrte Rauchbereiche im Freien!

Und dann liegt am Wegesrand eine kleine Hündin und wartet wohl auf ihr Herrchen, Frauchen. Kimi war ganz begeistert und konnte sich kaum von ihr trennen.

Am Abend haben wir im Restaurang des Konferenzhotels gespeist, war ausgezeichnet, bestes Essen bisher. Das Hotel ist riesig, aber im Restaurang verloren sich die paar Menschen. Wird wohl im Winter stark besucht sein.
 

Morgen geht es sehr früh los nach Dalarö, ab 14 Uhr legt der von 5Bft auf 8Bft am Nachmittag zu, da wollen wir nicht mehr draußen sein.

Die Karte zeigt den nördliche Teil unseres Sommertörns mit den Häfen, die wir ein- oder sogar mehrmals angelaufen sind. Von dieser Gegend haben wir den Hamnguiden 7, in dem 340 Yachthäfen und Ankerbuchten mit Bild und Karte beschrieben sind. Es ist kaum zu glauben, wie viele Möglichkeiten es hier gibt, sich zu verstecken.

Djurönäset, abends 21 Uhr, bewölkt, wenig Wind, 18°

Nachts um 03:10 Uhr

Dienstag, 08.07.2025, abends Nynäshamn

Am Freitag, 04.07. von Djurönäset nach Dalarö waren es 17sm bei 14sm unter Segeln. Schönes, gemütliches Segeln mit 4Bft hoch am Wind und wenig Welle bei Sonnenschein. Ist zwar noch immer kein Schwedensommer, aber wir hoffen weiter auf warme Temperaturen.
Der Hafen Aksfatshamn in Dalarö hat durch den Sturm richtig Prügel bezogen, zur Sicherung der Stege sind quer durch den Hafen Leinen gespannt worden und so konnten größere Schäden verhindert werden. Anja und Hermann von der Obelix waren in Sandhamn und da hat es in Böen 12Bft geballert, aber sie sind glücklicherweise ohne Schäden geblieben.

Samstag, 05.07.25 : nach Utö sind es nur 12sm, die ersten 7sm unter Motor genau gegen an. Dann waren aber doch noch 5sm Segeln drin, ganz hoch am Wind gekniffen, was das Zeug hält. Ute und Marcus von der Andante waren schon da und konnten uns begrüßen und das Schauspiel hautnah verfolgen. Wir haben für richtiges Hafenkino gesorgt.

An sich waren es gute Bedingungen, um anzulegen. Man lässt in der engen Bucht den Heckanker fallen und steuert dann den Steg an. So weit die Theorie.
Etwas windwärts der Box lass ich den Anker fallen, der Ankergurt läuft auch aus und dann bin ich etwas zu weit vom Wind achteraus getrieben worden. Nochmal Gang rein und leicht nach vorne …. Und da fängt der Propeller den Ankergurt. Hab ich zwar sofort gemerkt und Gang raus, aber wir waren fest mitten im Fahrwasser. Ein lautes Sch…. Ist mir wohl rausgerutscht. Dank eines zweiten Ankers des Hafenmeisters und seiner mehreren Tauchgänge (ohne Anzug, nur mit Maske bei 14° Wasser) waren wir nach einer halben Stunde wieder flott und der Hafenmeister hatte sich die 50 € redlich verdient.

Fazit: Die Ankerrolina ist noch nicht meine Freundin, aber ich werde es weiter trainieren. Wir diskutieren aber auch andere Alternativen.

Der Abend stand dann im Zeichen Frustabbau bei einem schönen Essen und viel Gelächter mit Ute und Marcus von der Andante.

Montag, 07.07.25 ging es weiter nach Nåttarö, schwacher Wind von vorne, zwischendurch Nieselregen, 10sm Motor. Abhaken.
Nåttarö ist eine schöne Insel, die wir schon im vorigen Jahr besucht haben. Viele Wanderwege, Kiefernwälder, dazwischen Felsformationen mit vielfältigem Moosbewuchs. Wenn die Sonne scheint, ist es wunderschön. Leider war es regnerisch, und am Abend richtig nass und windig. Wir wollten auf der Terrasse des Restaurangs eine Pizza essen (weit bekannt für Qualität), aber es war einfach zu kalt.

So sah es voriges Jahr hier aus, schade, schade.

Der Dienstagmorgen begann mit 11,7°, es ist eine Frechheit. Etwas gnädig hat mich der Wind gestimmt, 3Bft aus Nord und wir konnten den Schlag nach Nynäshamn (7sm) gemütlich erledigen. Am Nachmittag kam dann doch die Sonne zum Vorschein und am Abend konnten wir in strahlender Sonne mit der Andante-Crew ein Bierchen am Kai genießen.

Morgen geht es weiter nach Trosa, wo wir voraussichtlich bis Samstag bleiben werden, denn am Freitag soll es den ganzen Tag mit 6 bis 7Bft blasen. Das wollen wir nur in einem sicheren Hafen erleben.

Nynäshamn, 08.07.2025, abends 22 Uhr, kein Wind, 18°

Montag, 14.07.2025, abends Svärdsklova

Am Donnerstag, 10.07.25 von Nynäshamn (P6) nach Trosa (P5) mit schwachem Wind genau auf die Nase ging es die nächsten Seemeilen zunächst nur mit Motor. Hinter der Schlängelei um Ankersudden und der Insel Öja konnten wir dann Segelsetzen und so wurden es doch noch 12sm Segeln.

In Trosa warteten schon Marcus und Ute am Steg und halfen uns an der Boje anlegen, es ist ziemlich querwindig. Den Bojenhaken eingepickt, langsam nach vorne und dann knirscht es hinten. Die Bojenleine hat sich um die Ankerrolina gewickelt und komplett verbogen. Das war das letzte Manöver mit der Ankerrolina! Das Ankerband ist für mich nur Gehudel und gleichzeitig mit Motorbedienung und Bugstrahlruder schwierig zu bedienen. Ab jetzt wird mit Leinen gearbeitet.

Trosa ist mittlerweile zu einem Lieblingshafen geworden. Die im letzten Jahr begonnenen Grünanlagen sind jetzt in voller Blüte und die Wege und Stege neu gemacht. Das Städtchen zeigt sich von seiner besten Seite und es ist bumsvoll.
 

Am Abend gehen wir mit Marcus und Ute in das Restaurang Två små Svine (zwei kleine Schweine) und haben einen gemütlichen Abend mit sehr gutem Essen.
   

Samstag, 12.07.25 segelten wir nach Aspöfladen, halbwegs zwischen P5 und P4. Es war ein herrliches Segeln bei Sonne, mäßigem Wind und flachem Wasser durch die Schären. Manchmal geht es dort recht eng zu.
 
Die Bucht von Aspöfladen liegt mitten im Naturschutzgebiet Stendörren, man kann am Felsen festmachen oder an der Boje mitten in der Bucht. Im vorigen Jahr lagen wir am Felsen, war diesmal komplett besetzt, deshalb haben wir an der Boje festgemacht wie schon auf der Hinfahrt im Juni. Das Beiboot wurde flott gemacht und die ganze Crew an Land abgesetzt, diesmal mit Motor. Kimi kann sich immer besser an Bootfahren gewöhnen.

Es war eine himmlische Ruhe und kein Licht, was stört.
Das Naturschutzgebiet umfasst mehrere Inselchen, die zum Teil mit Hängebrücken verbunden sind. Lehrpfade durchziehen die Inseln, es ist ein wirklich lohnenswertes Ziel.

Am Sonntag haben wir einen Katzensprung (6sm) nach Svärdsklova auf besondere Empfehlung gemacht und haben es nicht bereut. Ein kleiner, feiner Hafen und ein sehr schönes Restaurang.
 


Kimi wartet entspannt auf sein Abendbrot.

Morgen machen wir noch einen ganz kleinen Katzensprung nach Broken, bevor es am Mittwoch weiter geht nach Arkösund (P3), hoffentlich wird es etwas mehr Wind geben, denn dann sind es knapp 20sm und da wollen wir frühzeitig ankommen.

Svädsklova, abends 22 Uhr, kein Wind, 19°

Freitag, 18.07.2025, abends Arkösund

Von Svärdsklova am Dienstag ist der Motor gar nicht warm geworden, es ist etwas mehr als eine Seemeile. Aber Broken ist eine sehr schöne, gemütliche Insel. Es gibt hier nicht viel, kein Restaurang nur ein kleiner Eisladen. Die Insel wird privat geführt von der Segelskällskap aus Nyköping, eine der ältesten in Schweden.
Rund um die Insel führt ein Wanderweg (ca. 1 Stunde) und dann kommt man auch an der Sauna vorbei, unverbaubare Aussicht auf die Ostsee durch zwei große Glasfenster. Hier gibt es auch eine Außendusche mit warmem Wasser, out in the middle of nowhere, alles kostenlos. Man kommt an, schaltet die Sauna an, wartet 20 Minuten und die Sauna ist heiß. 10 Personen haben hier locker Platz. Einfach toll.

Und wir haben unser erstes, diesjähriges Bad in der Ostsee genommen.

Wir sind hier zwei Tage geblieben, weil die Windvorhersage erst für Donnerstag leichte Winde aus Nordost prophezeit hatte. Weit gefehlt.

Der Wind kam zwar aus Nordost, war aber so schwach, das die Segel nicht voll wurde. Versucht habe ich es zwar, aber mehr als Stehversuche wurden es nicht. Nach einer Stunde und 1,5 sm haben wir aufgegeben und sind unter Motor durch die herrlichen Schären geglitten.

Erstaunlicher Weise ist der Hafen Arkösund gar nicht voll, wir haben einen komfortablen Platz längsseits genommen. Erst gegen frühen Abend füllte sich der Hafen, es waren aber immer noch Plätze frei.


Arkösund hat sich aufgehübscht, der Lebensmittelladen ist vergrößert worden, die Sanitäreinrichtungen sind top modernisiert, die kleinen Läden haben offen und in der Popup Bäckerei gibt es gutes Brot und leckere Pizzen. Tagsüber brummt hier das Leben, viele Tagesgäste sorgen für kräftigen Umsatz.

Nur Gisela klagt über die Waschmaschine, bei der nach 2.5h immer noch Wasser nachläuft. Also hat sie das Wasser abgestellt, 5 Minuten gewartet und  ab mit der Wäsche in die nebenstehende Maschine zum Schleudern. Ob der Trockner funktioniert war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Morgen geht es weiter Richtung Süden zu einem kleinen Hafen Mon, den wir noch nicht kennen. Mal sehen, was uns dort erwartet.

Arkösund, 22:30 Uhr, kein Wind, 21°

Hier die Häfen auf der Südtour.

Donnerstag, 24.07.2025, abends Harstena

Der vorgesehene Schlag am Samstag von Arkösund nach Mon wurde auf allgemeinen Wunsch der Crew geändert, wir sind stattdessen nach Tyrislöt die 12sm motort. Es waren Bedenken bezüglich der engen Fahrwasser, die sich dann aber als unbegründet herausstellten.
 
Tyrislöt haben wir schon auf der Hinreise angelaufen, damals war hier absolute tote Hose, jetzt ist der Hafen richtig voll, wir müssen zunächst im Päckchen mit einer großen Segelyacht liegen. Ist etwas blöd, weil der Kimi erst an Bord  gehievt werden muss und dann an Land abgesetzt werden kann.

Am Abend wird dann aber doch noch ein Platz frei und so kann Kimi allein an Land, was er auch umgehend tut zur Freude der Rentnergang, die in ihren Liegestühlen auf dem Steg der Sonne frönen.

Der Campingplatz in Tyrislöt ist jetzt gefüllt, der Landhandel (ganz kleines Angebot) hat geöffnet, aber Infrastruktur für Segler gibt es nicht. Wir sind trotzdem geblieben, die Gegend ist ja schön.
 

Sieben Seemeilen um die Ecke ist Mon, da sind wir am Montag, 21.07.25 gelandet. Auch Mon ist wie Tyrislöt vor allem ein Campingplatz, aber auch für die Segler ist gesorgt. Es gibt Strom, Wasser, Toiletten und Duschen, was ganz wichtig geworden ist.
Denn das ganze Wasser ist mit einem grün-gelblichen Schlier bedeckt, der 10 bis 20cm tief ist. Nach Recherchen von Anja von der Obelix handelt es sich um Cyano-Bakterien, die gesundheitlich ziemlich bedenklich sind. Wir haben das schon in Tyrislöt bemerkt, aber eher als Pollen oder Algenblüte abgetan. Mit dem Bad in der Ostsee war es dann fürs Erste.

Direkt am Steg ist ein Restaurang mit freiem Blick auf den Hafen und gutem Essen.
Die Spaziergänge der letzten Woche waren immer geprägt von kritischem Blick auf den Waldboden, der Suche nach Blaubeeren oder Pfifferlingen. Bis jetzt haben wir nur ganz wenige Blaubeeren gesehen, zwar lecker aber klein und wenig. Pfifferlinge (Cantarell) waren noch gar nicht zu sehen. Es wird wohl zu trocken sein.

Am Mittwoch, 23.07.25 konnten wir nach Harstena mal wieder 8sm auf das Segelkonto buchen. Bei herrlichem Wind querab mit Stärke 4 bis 5Bft war es eine Wonne, nur zu kurz.

  
In Harstena sind wir vor einem Jahr am 22.08.24 gewesen, es war der letzte Tag der Saison. Im Hafen war niemand außer uns und das Restaurang machte am nächsten Tag Schluss für die Saison. Es wurde uns ein köstliches Oxfile serviert, O-Ton des Chefs: Sonst muss ich mit nach Stockholm nehmen.

Heute ist der Hafen voll, die erste Nacht haben wir an der Soporstation (Müllsammelstelle) verbracht, war ganz in Ordnung, da ganz neu. Es wird in zehn verschiedenen Containern sortiert nach Glas, Papier, Pappe, Metall, Essensabfall, Plastik und ganz zum Schluss auch Hausmüll. An manchen Stellen sortieren die Schweden wirklich alles.

Am zweiten Tag konnten wir dann direkt am Restaurang anlegen und hier war dann auch wieder ein Bad im Hafen möglich.

Morgen geht es ein paar Seemeilen zu der kleinen Bucht Lisselön, wird im Hafenguide sehr hervorgehoben.

Harstena, abends 23:30, kein Wind, 23°

Dienstag, 29.07.2025, abends Fyrudden

Am Freitag, 25.07. von Harstena nach Håskö,     Lisselön haben wir für die  4sm auf die Segel verzichtet, (der Fuchs und die sauren Trauben). Aber hier ist eine der wenigen Inseln mit Kleinfischerei, Viehzucht und Forstwirtschaft und im vorigen Jahr haben wir in diese große Bucht nur reingesehen und entschieden, hier gehen wir nächstes Jahr hin.
Es ist ein sehr einfacher Hafen, kein Wasser, keine Dusche, nur 4 Steckdosen und ein Dass (Plumpsklo auf schwedisch), nur für Männer ohne Nerven. Dafür entschädigt die Insel mit sehr schönen Wanderwegen.
Außerdem gibt  es direkt am Steg eine Sauna und ein Whirlpool. Mitten im Whirlpool steht ein eiserner Ofen mit Holzfeuerung.  Könnte man mieten laut Hafenführer, naja.
Das Anlegen mit Heckanker gestaltete sich mal wieder nicht ganz einfach. Es lief alles prima, der Anker raus, die Leine abgespult, auf gestoppt, dann rauscht die Leine aus und versinkt im Hafenbecken, 7m tief. Angelegt haben wir mit freundlicher Hilfe von rechts und links, die Tauchsachen ausgepackt, alles angezogen und nach einer Viertelstunde war die Leine gefunden und wir konnten einen zweiten Anlauf machen, diesmal ohne Probleme. Das Anlegen mit Heckanker muss ich noch üben, aber es wird besser.
Wir sind zwei Tage hier geblieben, auch wenn es keine Kneipe gibt. Es ist halt schön hier.

Am Sonntag nach Fyrudden sind es auch nur 5sm, wieder nur Motor. Kurz vor Mittag hat man noch die freie Auswahl, was den Liegeplatz angeht. Am Abend war alles voll.

Im kleine Lebensmittelladen konnten wir unsere Vorräte wieder auffüllen und im Restaurang haben wir die zwei mageren Tage mit einem üppigen Essen vergessen gemacht. Wir haben eine Vorspeise zu zweit und ein Lachs und ein Schnitzel bestellt. Nach der Vorspeise hätte man schon satt sein können, aber der Hauptgang kam dann noch. Alles haben wir nicht geschafft, es war saugut.
 

An sich wollten wir am Dienstag weiter, aber laut Vorhersage sollte es stark regnen und mit 5Bft blasen, keine schönen Voraussetzung für ein Ankern in einer kleinen Bucht. Und es hat in der Nacht und am Morgen gegossen aus allen Kübeln, am Mittag klarte es auf und abends schlief der Wind wieder ein.

Die nächsten paar Tage werden wir in Buchten ankern, die uns Freunde empfohlen haben. Mal sehen, ob wir Kimi auch so trainieren können.

Fyrudden, 22 Uhr, schwachwindig, 21°

Samstag, 02.08.2025, abends Stora Källskär

Ich erwähne nicht mehr die Segelmeilen, es muss doch nahezu nur noch motort werden. Der Wind kommt mehr oder weniger von vorne, keine Chance für die Lambo zu segeln.

Am Mittwoch, 30.07. war das Ziel Stugvik. Stugvik ist eine schöne Bucht auf der Nordseite der Insel Stora Ålö, 7sm südlich von Fyrudden. Hier betreibt der schwedische Kreuzfahrtclub St. Annakretsen einen privat geführten Hafen.

  

Hafengebühren werden keine erhoben, aber man ist froh um eine freiwillige Spende. Bitte im Leuchtturm einwerfen.
  
Strom und Wasser gibt es nicht, die Dusche wird durch den Sprung in die Bucht ersetzt. Ansonsten ist die Anlage gepflegt, für Kinderbelustigung ist gesorgt und man hat sogar ganz neu eine Tanzfläche angelegt.

Eine schöne Wanderung hat uns durch lichte Wälder, Bauernhöfe und über Weiden geführt.

Gottseidank hatte ich Kimi an der Schleppleine, denn plötzlich stand ein kapitaler Rehbock 10m vor uns auf dem Weg. Der Bock erstarrte, Kimi blieb stehen, erst als der Bock wegsprang wollte Kimi hinterher.

Nur eine kleine Ecke weiter ist die Insel Bokö. Naturschutzgebiet mit intakter Landwirtschaft.
  Wir haben längsseits am Steg festgemacht, was ein bisschen anmaßend ist. Drei Schiffe können dort mit Heckanker liegen, ein Schwede hat dann doch die Ankerbucht vorgezogen.
   

Leider darf man auf Bokö nur eine Nacht bleiben, die Insel ist sehr schön, man wäre gerne länger hier.

Daher ging es am Samstag weitere 6sm südlich nach Store Källskär. Laut Hafenhandbuch ein lebendiges Fischerdorf, wo man frisch geräucherten Fisch kaufen kann. Man kann an einer SXK-Boje festmachen oder beim Fischer am Steg anlegen. Soweit das Hafenhandbuch.
Die SXK-Boje gibt es und da haben wir festgemacht. Dann mit Kimi, und Gisela  ins Beiboot an Land.
Es gibt einige Häuser, verwahrloste Fischerhütten, keine Seele zu sehen. An einem Haus schlagen Hunde an und wir fragen, ob wir Fisch kaufen können. Es gibt schon lange kein Fisch mehr, dank der Kormorane hat sich der Fischfang erledigt.
An sich wollten wir hier zwei Tage bleiben, aber unsere Vorräte neigen sich dem Ende zu. Heute Abend gibt es anstelle frischen Fisch Bratkartoffeln mit Spiegelei, geht aber auch.

Morgen geht es weiter Richtung Loftahammar, wo unser Auto steht. Kurz vor Loftahammar ist die Insel Rågö mit einem sehr netten Restaurang. Hermann und Anja von der Obelix haben uns das empfohlen.

Källskär, 23 Uhr, 4Bft aus Süd, 20°

Donnerstag 07.08.2025, abends Västervik

Nach der Enttäuschung auf Källskär sind wir auf Rågö teilweise entschädigt worden.  Die Insel ist einfach schön, ein sehr schönes Café, lichte Wälder, Wiesen, zwischendurch auch ein paar Kühe. Die treiben sich auf der ganzen Insel herum, sogar auf den nackten Felsen liegen sie und verdauen.
 
Allerdings gibt es hier auch kein Wasser, keine Dusche und kein Strom am Steg, nur das obligatorische Dass in einer gemäßigten Duftvariante. Deshalb sind wir auch nur eine Nacht geblieben, denn nach vier Tagen sehnt man sich doch nach einer warmen Dusche. Das Bad in der Ostsee mit anschließender kalten Süßwasserdusche ist auf Dauer kein Ersatz für Duschgel und Shampoo.
 

Als wir vor einem Jahr hier Station machen wollten, war das Café geschlossen. Heute hat es geöffnet, aber die Küche schließt um 17 Uhr. Grund: die Tagesgäste sind mit der letzten Fähre gerade weg und für die paar Segler lohnt es sich nicht. Wir wurden sehr gut bewirtet und hatten einen phantastischen Blick auf die umliegenden Schären.

Für Gisela ist Loftahammar Endstation. Die letzten Tage haben wir das Schiff geputzt und Giselas und Kimis Sachen ins Auto geladen. Dann war noch der Großeinkauf im ICA Maxi zu erledigen und als Belohnung gab es eine Pizza bei Mocca Deli, sehr zu empfehlen.

Am vorletzten Abend haben wir dann noch Anja und Hermann von der Obelix besucht. Die wohnen in einer 270 Jahre alten Mühle, toll ausgebaut und sehr gemütlich. Es war ein fröhlicher Abend und wir freuen uns auf das Wiedersehen in ihrem neuen Zuhause bei Eckernförde.

Heute Morgen hat Gisela dann abgemustert und es hieß Abschied nehmen für die nächsten 4 Wochen. Gisela: “Jetzt hast du deine Ruhe und es redet dir keiner rein“. Mit Augenzwinkern.

Morgen kommt unser Freund Christian aus Berlin und segelt mit mir nach Kopenhagen. Es sind ca. 280sm und wir haben 8 Tage Zeit. Denn dann kommt mein Sohn Thorsten mit Familie und wir wollen eine Woche zusammen segeln. Es wird spannend.

Västervik, 23 Uhr, kein Wind, 18° 

Sonntag, 10.08.2025, abends Kalmar

Zunächst zum Freitag in Västervik

Den Tag bis zur Ankunft von Christian habe ich mit Bummeln verbracht. Zum Einkauf in den ICA Maxi (1 Stunde zu Fuß) und dann noch zum Marineshop. Es gab die Chance, Ersatz für meinen spinnenden Autopiloten zu finden. Pech gehabt, der Laden ist wegen Semester (Ferien auf Schwedisch) „stängt“.

Den Fußweg zurück habe ich mir gespart und dann den Bus gegönnt und auf den Bus in einer klimatisierten Haltestelle gewartet. Manche Dinge in Schweden sind unglaublich.

Am Abend gehe ich mit Christian mal wieder ins Mocca Deli, wie immer sehr gut. Es wurde dann noch ein langer Abend bis man sich mit den Neuigkeiten wieder aktualisiert hat.

Hier noch einige Eindrücke von Västervik und einem wunderschönen Blutmond.
  Ein Warmbadehaus mit Ostseewasser

 

Die nächsten Tage werden wir immer um die 40sm unterwegs sein, also ca. 10 Stunden. Frühes Aufstehen ist also Pflicht.
Für Samstag steht Oskarshamn (38sm) auf dem Programm, es beginnt auch moderat mit 2 Bft, natürlich von vorn. Das steigert sich dann im Laufe des Tages auf 5 Bft mit einer unangenehmen Welle. Es ist ein Gestampfe und man kommt nur mit 3 kn vorwärts. Normalerweise sind das 5 kn. Aber um 17:30 haben wir dann Oskarshamn erreicht, der Hafen ist leer und dann schläft auch der Wind ein. Hier sind die Bürgersteige schon hochgeklappt, wir machen uns Nudeln mit Tomatensoße und einen großen Salat. Geschlemmt wie die Könige.

Am Sonntag, Wecken 05:50, war „Leinen los“ 07:15 (ausgiebiges Frühstück) und wir konnten schon nach 2sm Segel setzen. Und das haben wir bis 2sm vor Kalmar beibehalten. Es war ein herrlicher Segeltag mit viel Sonnenschein. Die 42sm haben wir in 8:45 Stunden erledigt, so schnell war die Lambo noch nie. Auf das Segelkonto konnte ich 38sm gutschreiben!  Immer schön aufpassen

In Kalmar ist der Hafen voll, bei unserer Ankunft um 16:00 waren noch einige Bojen frei, aber 2 Stunden später war alles belegt. Es scheint viele es nach Süden zu treiben, frühes Aufstehen ist also Pflicht.

Morgen geht es weiter durch den Kalmarsund nach Süden bis nach Sandhamn, wieder sind es 40sm, vielleicht können wir ein paar Meilen segeln.

Kalmar, 22 Uhr, Windstill, 19°

Donnerstag, 14.08.2025, abends Abbekås

Am Dienstag von Sandhamn quer über die Hanöbucht nach Hanö mussten wir die 40sm unter Motor hinter uns bringen. Der Wecker klingelte schon um 04:50, weil wir beizeiten im Hafen Hanö sein wollten. Der Wind kam genau von vorn mit einer hohen Welle. Selbst bei 1300 U/min ging es teilweise nur mit 3,5kn zum Ziel. So waren wir nach einem harten Ritt nach 9 ½ Stunden in Hanö. Der Hafen war schon voll, wir konnten aber bei einer netten Crew längsseits gehen.
Den Abend haben wir uns mit einem Oxfilé versüßt, Christian hat einen Stern von Michelin vergeben.
Der Hafen Hanö ist sehr hübsch und liebevoll gestaltet, dank der umtriebigen Hafenmeisterin Lotta.  Man fühlt sich einfach willkommen.

Mittwochmorgen sind wir erst um 05:50 aufgestanden, 33sm nach Simrishamn bei idealem Wind und Sonnenschein waren schon nach 6 ½ Stunden abgearbeitet. Früh im Hafen haben wir einen ausgiebigen Walk gemacht, erst zum Fischladen (sehr zu empfehlen), dann zur Hafenmeisterin und auch noch zum ICA. Das Städtchen hat viel zu bieten, schöne alte Häuser, gemütliches Kopfsteinpflaster und viele Restaurangs im Freien. Die Schlemmerei nimmt kein Ende.
 
 

 

Auch Donnerstag war ein Segeltag, allerdings von der anstrengenden Sorte. Mit Wind 3 bis 4Bft aus Ost ging es die ersten 12sm mit Kurs Südwest ruhig zu, aber dann rundeten wir das Kap bei Kåseberga und der Wind kam genau von achtern.

Kann mir jemand diese Wolkenformation erklären?

Es war eine elende Schaukelei und hart Kurs zu halten nur mit viel Konzentration. Wir haben eine Halse nach der anderen gefahren, damit wir den Wind schräg von achtern hatten und dadurch ein kleines bisschen ruhiger lagen. Aber die Sonne lachte vom blauen Himmel.
Um 15:20 in Abbekås nach 8 Stunden waren wir froh, den Segeltag vollbracht zu haben. Ausklang war dann im Restaurang am Hafen.
 

Morgen geht es nach Skanör, nochmal 36sm, wahrscheinlich unter Motor.

Abbekås, abends 22 Uhr, 4Bft aus Südost, 20°

Soweit mein wie immer konventioneller Beitrag. Jetzt folgt ein von KI generierter Beitrag nach den markierten Stellen als Vorgabe.
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Hier ist eine kompakte, flüssig formulierte Zusammenfassung deines Törntagebuchs:

Dienstag – Früher Start um 4:50 Uhr von Sandhamn nach Hanö (40 sm unter Motor). Wind von vorn, ein harter Ritt. Die Crew bester Laune, Hafemeisterin Lotta besonders charmant.

Mittwoch – 33 sm nach Simrishamn bei idealem Segelwind. Langer Spaziergang, erfolgreicher Fischfang und ein üppiges Festmahl ohne Ende.

Donnerstag – Anstrengender Segeltag: erst ruhig, dann achterlicher Wind mit heftiger Schaukelei. Eine Halse gefahren, später etwas ruhiger. Sonne und blauer Himmel, Erleichterung bei Ankunft.

Ausblick – Morgen geht es nach Sandra, vermutlich wieder unter Motor.

Samstag, 16.08.2025

Von Abbekås nach Skanör nach Westen bei Wind aus Südwest mit Stärke 5Bft war es ein anstrengender Segeltag. Von den 36sm konnten wir nach der Rundung Falsterbo doch noch 7sm segeln, das war allerdings vom Feinsten. Der Wind aus der richtigen Seite, 5Bft brachten uns dann in der Spitze mit 6,2kn nach vorn.
Um 14:30 waren wir im Hafen Skanör, jede Menge Leute waren unterwegs inklusive einer Hochzeitsgesellschaft. Laut war es bis tief in die Nacht.
 
Der Hafen war pickepacke voll. Wir wurden von der Hafenmeisterin in ein Päckchen verwiesen, weil sonst kein Platz mehr war. Es wurden aber immer mehr Yachten. Die letzte kam um 22:30 und mogelte sich irgendwo noch in ein wenig belegtes Päckchen.
 

In der Nacht frischte der Wind immer mehr auf und um 7 Uhr blies es mit 5Bft gegen die Pier. Auslaufen konnten wir erst gegen 8 Uhr, das Nebenschiff legte vorher nicht ab. Es war sehr eng, vorne und hinten nur 2 Meter. Hat ohne Bums geklappt.

Nach Kopenhagen kam der Wind, wie sollte es anders sein, aus Nord gegenan. Es waren nur 17sm und so sind wir doch zeitig im Kastrup Strandhafen gewesen. Der Windpark ist sehr groß, beieindruckend war der Pilz.
 
Auch hier war es gut besucht, wir haben doch eine Weile gebraucht, bis wir einen Platz gefunden hatten.
Am Nachmittag war dann „klar und rein Schiff“ angesagt, noch ein kleiner Imbiss und dann habe ich Christian zum Flughafenbus gebracht.

Es waren intensive 270sm in 8 Tagen, manchmal recht anstrengend. Abgelöst haben wir uns alle ½ Stunde, ohne Autopilot war das notwendig. Trotz alledem hatten wir eine schöne Zeit, viel erzählt, gut gegessen und traumhaft geschlafen.

Fazit: Jederzeit wieder, aber dann bitte mit Autopilot.

Kastrup, abends 23 Uhr, schwachwindig, 18°

Montag, 18.08.2025, Lomma in Schweden

Gestern sind Thorsten, Daniela, Valentin und Katharina mittags an Bord gekommen. Nach Auspacken und Bekanntmachen mit der Lambo wollten sie doch mal raus aus dem Hafen. Windstärke 4Bft laut Wetterstation Flughafen schreckte sie nicht, „wird schon gehen“.

Raus aus dem Hafen gegen den Wind ging ganz gut, Valentin und Katharina haben mit Geschick gesteuert. „Ist ja ganz einfach“. Im Fahrwasser wurde die Wellen doch etwas höher. Die Wende gegen die Welle mit dem Wind von achtern brachte die Lambo schon kräftig ins Schaukeln und Wasser übers Deck, Thorsten und Katharina flüchteten dann doch ins Deckshaus. Zurück auf Gegenkurs brachte wieder Ruhe ins Schiff und nach knapp 2 Stunden waren wir wieder im Hafen. Genug für heute, ein Bisschen blass um die Nase war der eine oder andere doch schon, war aber an Land sofort wieder vorbei.

Abends gabs dann einen großen Topf Chili con carne und anschliessend eine Runde Malefiz. Licht aus um 23 Uhr.

Heute hieß das Ziel Lomma, gerade gegenüber von Kopenhagen. Der Wind war zu schwach für die Lambo und so sind wir motoriert, wie Valentin sagt.
Geübt wurde „Boje über Bord“ mit mäßigem Erfolg (Valentin, knut), die Boje wurde aber doch geborgen. Das gleiche Manöver mit dem Schwimmkragen und der Langleine funktionierte dann auf Anhieb, werden wir in Zukunft immer anwenden, natürlich nur bei reellem Bedarf.

Die Stimmung an Bord war sehr gemütlich.
 

Alle haben reihum gesteuert, unterschiedlich entspannt.
 
Katharina hat dann auch noch das Beiboot ausprobiert und um 14:45 waren wir in Lomma.
 

Thorsten hat zum vorzüglichen Abendesssen eingeladen, es war ein gelungener Ausklang des Tages.

Morgen geht es zur Insel Ven (Schweden), Hafen Kyrkbacken, 20sm. Es wird früh um 7 Uhr geweckt.

Lomma, abends 20 Uhr, sonnig, 3Bft, 20°

Ven, Dienstag, 19.08.2025

Heute schreiben wir Daniela, Katharina Valentin & Thorsten den Blog.

Der Skipper gab gestern Anweisung, dass um 7 Uhr Wecken sei, da ca. 20 Seemeilen ungefähr 5 Stunden Fahrt auf See vor uns liegen und das bei besten Segelbedingungen. Also standen wir teilweise noch in Schlafhose pünktlich auf der Matte.

Nach dem Frühstück ging es dann los. Kaum hatten wir den Hafen verlassen, wurden die Segel gesetzt. Unser Tagesziel war die Insel Ven an der Schwedischen Küste.  Das Wetter sonnig, der Wind mit 4 Beaufort ausreichend für die Leichtmatrosen und Knut sagte, jetzt müssen wir nur noch 5 Stunden den Kurs halten und dann sind wir da. Hörte sich gut an. Abwechselnd alle halbe Stunde wurde der Rudergänger gewechselt. So richtige Seebären sind wir allerdings noch nicht, zwei Mannschaftsmitglieder verabschiedeten sich schon recht schnell wieder mit flauem Magen in die Kajüten und hängten noch ein wenig Schlaf dran. Der Rest der Crew segelte fleißig und wir kamen gut voran. Die letzte Stunde mussten wir dann doch noch den Motor anschmeißen weil sich der Wind gedreht hatte.

In Ven angekommen wurde im Hafen längseits festgemacht. Nach einen ausgiebigen Kaffee ging es zu Fuß die Insel erkunden. Hoch zur Kirche aus dem 13 Jahrhundert mit perfektem Blick auf den Hafen, über den alten Leuchtturm und im großen Bogen wieder zurück zum Hafen.

Für den Abend hatte Knut ein tolles Restaurant ausgesucht in dem wir, wie gestern, sehr gut gegessen haben.

Im Anschluss spielten wir, wie jeden Abend bis jetzt, eine spannende Runde „Malefiz“.

Ven Kyrkbacken 22 Uhr 20 Grad Himmel und Beine bedeckt

 

 

Freitag, 22.08.2025, abends Helsingör

Am Mittwoch war das Ziel Humlebaek in Dänemark. Die 6sm mussten wir wieder einmal mit Motor bewältigen, der Wind war zu schwach zum Segeln. Humlebaek hat einen kleinen Hafen, der auch schon vor 12 Uhr nahezu voll war.
Der Besuch des Museums Lousiana war das Pflichtprogramm des Tages.
   
    
Große Skulpturen in einem wunderschönen Park, Bilder von vielen, berühmten Künstlern, Installationen und Vieles mehr. Es war viel Volk unterwegs, wir hatten Mühe, einen Platz im Café zu ergattern. Es war ein gelungener Tag, der mit einem Risotto aus Thorstens Feder ausklang. Natürlich wurde zum Schluss noch das mittlerweile obligatorische Malefiz gespielt.

Am Donnerstag ging es weiter nach Helsingör, wieder 6sm. Grund war die Wettervorhersage für Freitag, stürmische Winde aus Nord mit 7Bft in der Spitze. Das wollten wir uns nicht antun, deshalb war ein geschützter Hafen die beste Wahl.
Helsingör hat viel zu bieten, neben mehreren Museen natürlich das Schloß Kronenborg.
 

Eine kleine Einführung in Hamlet mitten im Schloßhof wurde geboten, man sieht König und Königin und im Vordergrund ein verzweifelter Hamlet, dem die Haare vor soviel Niedertracht zu Berge stehen.
   
Nach einem Rundgang durch das Schloß war noch ein bisschen körperliche Geschicklichkeit gefragt. Katharina, Valentin und Thorsten meisterten das bravorös, Daniela und ich hielten uns zurück.
 

Und dann gibt es noch die Street Food Hallen. Ehemalige Werfthallen sind umfunktioniert worden und beherbergen jetzt Fastfood-Stände aus vielen Ländern und eine Halle mit unterschiedlichsten Sitzgruppen, wo man seine Köstlichkeiten verzehren kann. Valentin war begeistert, und so haben wir nicht nur am Donnerstag sondern auch am Freitag dort gegessen. Die heutige Malefiz-Runde ging an das Team Katharina-knut, hat ja auch lange genug gedauert.

Morgen geht es in aller Früh (6:30 Wecken) zurück nach Kopenhagen, bei moderaten Winden aus nördlichen Richtungen werden wir wohl 7 Stunden brauchen.

Helsingör, 23 Uhr, Wind Nordost 3Bft, 15°

Sonntag, 24.08.2025, abends Kopenhagen, Kastrup

In Helsingör am Samstag wurde um 7 Uhr geweckt. Der Schlag nach Kopenhagen war mit 24sm doch lang, besonders da die Windvorhersage nur 3 bis 4Bft lautete.

Es war ein sonniger Tag und die Windvorhersage war zunächst genau. Alle sind happy, so ist Segeln rundum schön.
Der Wind frischte auf, die Wellen wurden etwas höher und die Lambo fing an zu schaukeln. Zum Segelbergen blies es dann doch mit guten 5Bft. Die Fock reinholen war kein Problem, dann den Motor an und Groß und Besan bergen. So der Plan wie immer.

Blöderweise springt der Motor nicht an, und das am letzten Tag. Thorsten am Ruder tut sein Bestes, die restliche Crew verbanne ich in die Achterkajüte, weil ich an den Motor muß.
Mittlerweile haben wir in Böen 6Bft und im Motorraum ist es nicht mehr gemütlich. Auch der eine oder andere der Crew fühlte sich nicht wohl.

Nach einigem Suchen und Testen habe ich den Fehler gefunden, eine Sicherung (20A) ist durch, die nächste 20A ist auch sofort durch, eine 30A bringt dann den Motor wieder zum Laufen.

Segel bergen war dann gar kein Problem, Thorsten hat immer genau im Wind gestanden.
Im Hafen haben wir dann eine Weile gebraucht, bis wir einen Liegeplatz gefunden haben. Das Anlegemanöver bei 5Bft war hervorragend, alle taten genau das, was besprochen war. Am Abend haben wir noch im Wok Shop lecker gegessen.

Wir hatten eine tolle Woche, viel Sonne, viel Spaß, gutes Essen und eine Einführung in die Segelei, die kaum besser hätte sein können. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht und ich würde mich freuen, wenn wir wieder einmal Segeln können.

Die nächsten Tage werde ich nicht schreiben, erst am Freitag geht es wieder los, dann ist das Fernziel Heikendorf.

Kastrup, abends 19 Uhr, sonnig, 4Bft aus West, 16°

Samstag, 30.08.2025, abends Rødvig

Moin Moin, ich melde mich zurück.

Gestern Abend ist mein Bruder Ralf mit dem Flieger gekommen und wir werden die letzten Meilen dieses Törns nach Heikendorf zusammen segeln, bzw. motoren. Denn darauf wird es wohl hinauslaufen.

Der Abend in Kastrup, Kopenhagen hatte etwas zu bieten. Ed Sheeran gibt ein Konzert über vier Tage, 180000 Tickets wurden verkauft, es war richtig laut. Der Aufwand ist unglaublich.

Der Samstag begann mit sehr schlechter Sicht, kaum eine Seemeile. Die Öresundbrücke konnten wir nicht sehen, die man sonst aus weiter Ferne erkennen kann. Der Wind kam wie so oft in letzter Zeit genau von vorn, die 38sm bis nach Rødvig starteten wir mit der Volvogenua, nette Umschreibung für Motor. Es sah zwischendurch nach Segeln aus, aber den Versuch haben wir dann nach einer halben Stunde wieder abgebrochen. Den Rest unter Motor.

In Rødvig schien dann die Sonne, freier Platz im Hafen gab es auch und gebratener Fisch mit Pommes oder Kartoffelsalat (genauso geschrieben) rundete den Abend ab.
   

Zu melden gibt es noch, dass „Otto“, unser Autopilot wieder zum Dienst angetreten ist. Den Grund für seine Abwesenheit die letzten zwei Monate war nicht zu erfahren. Wir hoffen auf weitere Zusammenarbeit.

Morgen geht es nach Klintholm auf der Insel Møn, ca. 18sm, natürlich gegenan.

Am Abend 21 Uhr, keine Wolken, 20°

Montag, 02.09.2025, abends Klintholm

Der Schlag am Sonntag von Rødvig nach Klintholm auf Møn war ohne Ereignisse, 24sm und nicht wie vorgestern gemeldet 18sm. Egal, es war langweilig, der Wind schwach von vorn, „Otto“ arbeitet zuverlässig und die Sonne scheint.
 

Wir haben uns Sonntagabend entschlossen, den Montag in Klintholm zu bleiben. Unser nächster Hafen ist Gedser, Südspitze der Insel Falster. Die Windvorhersage war Wind aus Südsüdost bei 5 bis 6Bft und Wellenhöhe 0,8m. Wir hätten sehr hoch am Wind laufen müssen bei einer hohen Welle. Ein Gestampfe ohne Ende mit wenig Fahrt voraus. Bei 32sm wären das locker 10 bis 11 Stunden gewesen. Das Motto lautet: Kein Stress, nur gute Laune.

So haben wir einen Spaziergang rund um Klintholm gemacht, sind zu einer Feigenplantage gekommen  und haben genussvoll Feigen gegessen. Die Ernte ist vorbei, aber einige sehr reife Früchte hängen noch an den Sträuchern, kein Mundraub glaube ich. Laut Auskunft eines Mitarbeiters haben sie 20 Tonnen Feigen geerntet. Was macht man damit auf Møn außer Marmelade?
 

Møn scheint ein gutes Klima für Obst zu haben, wir konnten reife Mirabellen pflücken (das Haus war zu verkaufen, daher kein Mundraub) und dann noch dieser Baum. Die Früchte so groß wie Kirschen, mit Stein und etwas blässlich im Geschmack aber süß. Wer kennt diese Früchte?

Der Schlag morgen nach Gedser wird wieder ein Motortag, wenig Sonne, etwas Regen, kein Wind. Gähn!

Klintholm, abends 22 Uhr, wenig Wind, 19°

 

Mittwoch, 03.09. nach Orth

Ein Segeltag, Wind aus Süd, Stärke 4 bis 5Bft. Zwei Meilen raus aus dem Yachthafen Gedser und aus dem Fahrwasser der Fähren, Segelhoch und ab geht es. Wir müssen ganz hoch an den Wind, können aber Staberhuk an der Ecke von Fehmarn gerade so anlegen. Rauschefahrt!

Unsere Nachbarn Benno und Susanne von der Asgard sind etwas später los, holen aber kontinuierlich auf und sind bei Fehmarn über eine Stunde vor uns.

Hinter Staberhuk können wir die Segel aufmachen und es wird sofort ruhiger. Toller Raumschotkurs, sehr entspannend. Hinter der Fehmarnsundbrücke liegen jede Menge Bagger und Kräne im Wasser, Bauarbeiten für den Tunnel Fehmarn-Lolland. Vorsichtshalber wählen wir den Weg südlich um die Bagger, was sich im Nachhinein auch als richtig erweist.

Der Heimathafen der Asgard ist Orth und Benno sollte sich hier auskennen. Aber wie das so ist mit der bekannten Umgebung, manchmal täuscht man sich. Benno kürzt ab, nimmt den nördlichen Weg um die Bagger und sitzt auf Schiet. Nicht schlimm, aber der schöne Vorsprung ist weg.
Am Abend beim Griechen sorgt das für einiges Gelächter, es war ein vergnüglicher Abend.

Orth taucht immer wieder in den Krimis „Nord bei Nordwest“ auf, dort liegt das Schiff von Hauke Jakobsen, der Tierarzt und Polizist. Das Schiff liegt tatsächlich im Hafen, sieht aber in den Filmen deutlich besser aus.

Donnerstag, 04.09. nach Möltenort

Südwest, 3 bis 4Bft, für Lambo nix zu machen. Parallel zu uns läuft eine Yacht aus Heiligenhafen mit Ziel Kielerförde, die hat auch keine Chance. So bleibt uns nur der Motor, der uns die letzten 36sm dieses Sommertörns nach Hause bringt.

Der Sommertörn 2025 startete am 21.Mai in Loftahammer, brachte uns bis nach Furusund, nördlich Stockholm. Insgesamt waren es 420sm unter Segeln und 560sm Motor.

Wir hatten Niki und Klaus aus Ulm für eine Woche zu Gast, es ging durch die Schären rund um Stockholm mit viel gutem Essen. Klaus war vom Steuerrad nicht zu trennen, er hat den defekten Autopiloten komplett ersetzt.

Als Gisela sich dann am 6.8. sich Richtung Heimat aufgemacht hat, kam ein paar Tage später Christian aus Berlin und hat mit mir die Lambo nach Kopenhagen gebracht. Es war ein hartes Brot, lange Schläge ohne Autopilot, alle halbe Stunde haben wir uns abgewechselt. Von den 220sm konnten wir fast 150sm segeln, ein sehr guter Wert.

In Kopenhagen ist dann mein Sohn Thorsten mit Familie an Bord gekommen und wir haben eine Woche Easy-sailing gemacht. Die Crew war noch nie, mit Ausnahme vom Thorsten, auf einem Segelboot, hat sich doch sofort wohl gefüllt und die Woche genossen.  Wir werden hoffentlich bald mal wieder in See stechen.

Die restlichen 150sm von Kopenhagen nach Möltenort waren dann hauptsächlich Motortage, bei denen mich mein Bruder Ralf unterstützt hat. Es waren harmonische Tage, ohne besondere Vorkommnisse, viel erzählt von Familien und was die Zukunft so bringen wird. Ohne große Anstrengung, denn das Ersatzteil brachte den Autopiloten zurück zur Arbeit.

Ein herrlicher Sommertörn ist zu Ende, bis auf die kleinen oder größeren Problemchen lief alles glatt. Keiner ist über Bord gefallen mit Ausnahme von Kimi, der am ersten Tag vom Steg aus ins Wasser gefallen war. Das Schiff ist heil, hat ein paar Kratzer in den zwei Jahren abgekriegt, aber Schäden sind keine zu vermelden. Das war´s, Mast- und Schotbruch

knut

Möltenort, 07.09.2025,abends 20 Uhr, kein Wind, 18°