Vejrö, Vordingborg, Kalvehave

 Samstag, 24.07.2026, abends Kalvehave auf Seeland

An sich wollten wir vor einer Woche am 18.07.26 Richtung Norden, über Kerteminde, Langör auf Samsö und dann nach Ebeltoft auf Jütland. Alles Kurs Nord.
Und woher kam der Wind? Natürlich die ganze Woche aus Nord. Dann sollte er weiter auf West drehen und wir wären auch dann nicht weiter gekommen. Wir haben uns dann entschlossen, nach Osten auszuweichen.

Wir sind zurück nach Vejrö bei achterlichem Wind mit Stärke 5Bft, unangenehme See, es rollte hin und her. Gut war es nur für unser Segelkonto mit 27sm, nur 1,5sm Motor.

In Vejrö sind wir dann 3 Tage geblieben, „eingeweht“ wie man an der Ostseeküste sagt, wenn man nicht rechtzeitig zur Arbeit kommt.
Vejrö ist unsere Lieblingsinsel, der Hafen ist vom Feinsten all inclusive und es gibt schöne Wanderungen über breit gemähte Wege entlang der ganzen Wasserlinie.

Dienstag, 21.07.2026

Am Dienstag hatte der Wind sich auf 4Bft aus Nordwest abgeschwächt und wir sind nach Vordingborg 19sm gesegelt bei 6sm Motor. Es waren guten Bedingungen, die See war nicht ruppig und die Sonne hat geschienen.


Vordingborg hatte schon zu Wikingerzeiten große strategische Bedeutung. Schloss Vordingborg gehört zu den besterhaltenen Burganlagen Dänemarks, um 1160 von Valdemar dem Großen errichtet. Zur Burg gehört auch der Gåsetårn (Gänseturm), den man schon von Weitem auf See erkennen kann.  

Er wurde von Valdemar Atterdag um 1360 erbaut. Den Name verdankt der Turm der goldenen Gans auf der Spitze. Der Sage nach ließ Valdemar Atterdag dies dort anbringen, damit sie bis in alle Ewigkeit ihren Hohn über die Hansestädte hinausschnattere. In Valdemars Augen waren die Hanseaten nichts anderes als ein Pack schnatternde Gänse. Die heutige Gans stammt allerdings aus 1871. Soweit ein Auszug aus dem Hafenhandbuch.

In Vordingborg findet man das Übliche in einer Kleinstadt, eine hübsche Einkaufsstraße, ein paar Restaurants (Pizzeria La Buffalo) und Cafés, Discounter, ein gut sortierter Kvickly (Edeka) und ein echter Bäcker.

Donnerstag, 23.07.2026

Gerade mal 11sm sind es von Vordingborg nach Kalvehave, aber Richtung Ost und weiter nach nach Rødvig  ist das der einzige Hafen. Hier waren wir schon 2022.
Beim Spaziergang ist mir dieses Seezeichen aufgefallen, ein Unter- und Oberfeuer. Ziemlich schief und von der Kiefer halb verdeckt. Zeigt ein Starkstromkabel nach Møn an.
   

Hübsche Häuser hat es auch und über dem Hafen thront ein altes Hotel, passt zu dem Auto.
 
Zu erwähnen in Kalvehave die Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die Elemente romanischer und gotischer Architektur vereint.
Die Dronning Alexandrines Brücke über den Ulvsund von Seeland nach Møn wurde 2009 als Motiv auf dem 500 Kronen Schein verwendet.

Als wir um 10:45 im Hafen waren, konnte wir uns den längsseits Platz an der Pier aussuchen.
Am Abend war der Hafen gestopft voll, bei uns lagen noch zwei Segler im Päckchen. Die Häfen scheinen hier doch voll zu werden, zeitiges Aufstehen ist also angesagt.

Morgen geht es 19sm nach Rødvig, Richtung Nordost, der Wind soll  mit Stärke 4Bft aus West wehen, also gute Bedingungen. Der Kurs führt zunächst durch einen Tonnenstrich über Flachwasser, genaues Navigieren ist Pflicht.

In Dänemark wird intensiv recycelt. In diesen drei Tonnen wird nach Glas, Plastik, Metall, Papier, Pappe, Essensabfall, Restabfall und Pappe von Milchbehältern getrennt. Beeindruckend

Kalvehave, 22 Uhr, 3Bft West, 18°

Omö und Nyborg

Nyborg, 17.07.2026

Die letzten 2 Tage hatten wir keinen Wind, wir haben die 25sm komplett motort. Frust pur.

Omø (Omö)

Die Insel Omö ist mit 4,5km² relativ groß, hat aber nur 157 Einwohner. Dennoch fährt die Fähre nach Stigsnäs auf Seeland gefühlt alle 2 Stunden und ist voll mit Autos. Was wollen die alle da?

Mitten auf der Insel ist das Dorf Omö By mit Kirche, Schule und kleinem Supermarkt. Die Struktur aus vergangenen Zeiten hat sich das Dorf bewahrt, die Höfe liegen an der Straße, alte Mauern, Teiche und traditionelle Bepflanzungen.
   
Der Yacht- und Fährhafen ist sehr klein, kaum Platz in den Boxengassen. Beim Einfahren in die Box war vorne und hinten für die Lambo knapp 1 Meter Luft. Wir waren kurz nach 12 Uhr im Hafen und konnten uns noch eine Box aussuchen, um 18 Uhr war der Hafen komplett voll. Die Spätsegler (7 Yachten) haben dann in der Bucht geankert.
Im Hafen gibt es zwei Imbissbuden, Lucullus hätte keine Freude gehabt. Grills laden zur Selbstverpflegung ein, die bessere Variante.
  Das ist die Statue eines verdienten Bürgermeisters, der 1862 verstorben ist.

Nyborg

Nyborg liegt auf der Ostseite von Fyn, wo die größte Hängebrücke Europas den Großen Belt nach Korsör auf Seeland überquert.
Auszug aus dem Hafenhandbuch: Die Stadt hat viel zu bieten. Das Schloss von Nyborg ist das älteste weltliche Bauwerk, das noch in Dänemark erhalten ist. Schon im 12. Jahrhundert fanden hier Versammlungen des Reichstags statt. Viel zu sehen ist aber nicht, ausser den Festungswällen und dem komplett verhüllten Schloss (Renovierung).
  Die Schloss Mühlen ??
Auch Nyborgs Altstadt wartet mit manchen interessanten Gebäude auf.
 
 
 

Unser Plan war von hier aus Richtung Nord über Kertemine, Langör auf Samsö, Ebeltoft auf Jütland und dann Richtung Süd nach Middelfart in die dänische Südsee. Aber wie das so ist mit Plänen, der Wind gibt die Richtung vor.
Die nächste Woche weht starker Wind aus Nord, an ein Segeln in diese Richtung ist nicht zu denken. Wir werden zurück nach Vejrö und dann weiter nach Osten segeln, mal sehen wie sich die Wetterlage entwickelt.

Nyborg, 17.0726, 21 Uhr, Wind 3Bft aus Ost, 23°

Nakskov und Vejrö

 Montag, 13.07.2026

Am Freitag, 10.07. sind wir von Bagenkop nach Nakskov immerhin 5sm gesegelt, aber die anderen 18sm leider unter Motor. Alles kratzen am Mast und pfeifen half nicht, der Wind kam hinter Kap Dovns Klint genau von vorn.
In Nakskov waren wir noch nicht, laut Harbour Guide soll die Hafenstadt viel von ihrem ursprünglichen Flair als Handelsstadt bewahrt haben. Es soll verwinkelte Gassen und Fachwerkhäuser mit mittelalterlichem Charakter geben. Na ja.

Erstmal sind wir 8sm durch ein enges Fahrwasser motort und an der engsten Stelle quetschen wir uns am einen Windflügeltransporter vorbei. Direkt neben der grünen Tonne war es nur noch 1,8m tief.
Auf dem Rückweg nach Vejrö kommt der Koloss uns wieder entgegen, diesmal war mehr Platz.
 

Ziemlich am Ende des Hafens legt man an der Kaimauer längsseits fest, es gibt Strom, Wasser, Toilette und Dusche und eine viel befahrene Straße. Vom mittelalterlichen Flair ist wohl der Geruch zurückgeblieben, es stinkt. Gottseidank stand der Wind immer in der richtigen Richtung, wir lagen in Luv.
Auch die Stadt macht keinen guten Eindruck. Ausnahme macht die Einkaufsstraße mit den beiden großen Plätzen.
 
Viele Häuser haben einen ordentlichen Restaurationstau, in den Gassen wächst das Unkraut, so kennen wir Dänemark nicht.

Fazit: In Nakskov waren wir zweimal, das erste und das letzte Mal.

Sonntag, 12.07.2026

Am Sonntag hieß das Ziel Vejrö, eine Insel im Privatbesitz. Keine Brücke, keine Fähre, nur der eigene Inselversorger und ein Flugplatz. Wiedermal kaum Wind, 7sm segeln, 19sm motoren.

Der Hafen ist vom Feinsten, alles in bester Qualität von der Kaianlagen über die Grillplätze, Toiletten, dem kleinen Bistro, Boulebahn und Tennisanlage, Mountainbikes, Waschmaschine und Trockner, alles zur freien Verfügung. Schlägt sich allerdings im Preis nieder, dkk 550 (80€) für eine Nacht.


Die Insel ist sehr schön, eine Wanderung einmal rund herum auf gemähtem Weg dauert knapp 2 Stunden, vorbei an Äckern und Viehweiden, jede Menge Kaninchen, Fasanen und auch Rehe. Die  Gewächshäuser gehören wie auch das Nobelapartment Hotel zum Biohof, der die Insel versorgt.

Morgen geht es nach Omö, knapp 15sm nordwestlich von hier. Wir erwarten keine Wind.

Vejrö, 23 Uhr, kein Wind, 21°

 

Bagenkop, 09.07.26

Donnerstag, 09.07.2026

Gestern sind wir zum Juli Törn aufgebrochen. Wir wollen 4 Wochen unterwegs sein und Fyn im Gegenuhrzeiger umrunden. Erster Hafen ist dann Bagenkop.

„Leinen los“ hieß es um kurz nach 11 Uhr bei guten 5 Bft. Die letzten 4 Tage hat es immer mit 5 bis 6 Bft aus Nordwest geblasen, dementsprechend war die See ziemlich hoch. War auch ziemlich ruppig, als wir aus dem Schutz der Förde raus waren, aber mit raumschot Kurs ein herrliches Segeln.
Es wurde doch immer mehr mit dem Wind, so das ich in Fock und Groß ein Reff eingebunden habe (Segel um 1/3 verkleinert). 7 sm vor Bagenkop blies es dann mit guten 6 Bft und die Segel mussten geborgen werden. War ein nasses Vergnügen.
Im Hafen hatten wir Querwind mit 14m/s laut Windmesser, was das Anlegen nicht gerade vereinfacht hat. Nach zwei Anläufen lag die Lambo dann fest. Für etwas „Hafenkino“ haben wir gesorgt.

Bagenkop haben wir schon 11mal angelegt, seit 2020 ist das Hafengeld von dkk 180 auf dkk  260 gestiegen, verglichen mit den Preisen in Kroatien (100 € und höher)  doch geradezu preiswert.
Viel Neues gibt es für uns nicht mehr zu sehen, aber die Klippe am Hafen ist beeindruckend. Und im kleinen Cafe gibt es herrliche Kanelbullar.  

Heute Abend geht es zum obligatorischen Fischbuffet im Bagenkop Kro und morgen nach Nakskov, da waren wir noch nie. Nakskov liegt auf der Insel Lolland, mit Schlängelei durch ein enges Fahrwasser. Die Stadt soll ihr mittelalterliches Aussehen bewahrt haben, wir haben Zeit und werden durch die Gassen wandern.

Bagenkop, 17 Uhr, Nordwest 2 bis 3, Sonne, 19°