Lyö, Baagö, Middelfart

Samstag, 13.06.2026

Von Aerösköbing nach Lyö am Mittwoch, 10.06.2026

Es sind 15sm von Äröskobing nach Lyö, bei 4 Windstärken aus Südwest war es ein gemütliches Segeln. Es gab kaum Welle und so lief die Lambo zu großer Form auf. Nach drei Stunden waren wir bereits in Lyö.

Auf Lyö scheint die Zeit seit wir das letzte Mal (2024) hier waren, stehen geblieben zu sein.  Es gibt immer noch den freundlichen Hafenmeister der noch persönlich kommt, um den Havnpenge (Hafengeld) zu kassieren. Der kleine Kopmand ist in neuen Händen, aber am Nachmittag kommen wie immer die Einwohner zum Schwatz und Bier zusammen.

Am Abend gab es ein Züri-Geschnetzels von Nici, eine Riesenportion. Trotz vollem Einsatz der Crew blieb noch ordentlich was übrig. Klaus hilft mir mit kleinen Basteleien.

   

Von Lyö nach Baagö am Donnerstag, 11.06.2026

Nach Baagö mussten wir erst gegen den Westwind motoren, bis wir um die Huk Hornenäs waren und den Kurs 320° nach Baagö anlegen konnten. Der Wind nahm im Laufe des Vormittags zu und nach gut 5 Stunden hatten wir die 25sm hinter uns gebracht. Das gute Wetter läßt immer noch auf sich warten und wirkliche Besserung ist nicht in Sicht.
Viele der kleinen Inseln in der dänischen Südsee sind geprägt von Ackerbau, aber auch Viehzucht wird betrieben. Fischer gibt es dagegen wenig bis gar nicht.

Im Gegensatz zu unserem 1. Törn Mitte Mai sind die Häfen jetzt leer, es gibt keinerlei Probleme auch noch um 17h einen schönen Liegeplatz zu finden. Einzig in Middelfart macht hier eine Ausnahme (siehe unten)

Von Baagö nach Middelfart am Freitag, 12.06.2026

Der Wind hat auf Süd gedreht mit 4Bft, ein Eierkurs, ständig von einer Seite auf die andere. Mit direktem Kurs ist das nervig, 20° auf eine Seite und es ist deutlich entspannter. Es muß dann die eine oder andere Halse gefahren werden, aber auf ein paar  zusätzliche Meilen kommt es nicht an.

Das Ziel war der Nyhavn in Middelfart, neu und mittlerweile sehr schick. Schade nur, das es keine freie Box gab. Also zurück zum Gammla Havn, vielleicht gibt es dort Platz. Mittlerweile regnet es wie aus Kübeln und Platz gibt es hier auch nicht.
Wir motoren zur Middelfart Marina, der Abstecher hat uns fast 10sm gekostet und es ist schon kurz vor 17 Uhr. Um 18 Uhr machen die Geschäfte zu und Gisela und Nici wollen noch in die Boutique, der Einkauf steht auch noch an, also schnell los.
Und schon wieder werden wir richtig nass, in der Boutique ist nichts von Interesse, in die Restaurants dürfen keine Hunde. Ernüchternd.
Wir kochen heute Abend selbst (Schinkennudeln, Salat, Obst) und kaufen im Supermarkt dementsprechend ein.

Nach dem Abendessen diskutieren wir den weiteren Verlauf unseres Törns, weiter rund Fyn oder gemütlich zurück durch die dänische Südsee. Es soll zurück gehen, über Aagösund, Dyvig, Sonderborg, Flensburg, Gelting, Maasholm nach Heikendorf. So der Plan, mal sehen.

Von Middelfart nach Aarösund am Samstag, 13.06.2026

Es weht ein steifer West, in Böen 15m/s entsprechend 7Bft. Nur unter Groß und Besan läuft die Lambo hoch am Wind mit 7kn gen Süden. Die Fock wird vorsichtshalber nicht gesetzt, ein Riss am Liek soll nicht noch weiter reißen. Die Lambo wird natürlich ohne Fock sehr luvgierig, der Ruck aufs Ruder wird sehr groß. Aber unser Steuermann Klaus hat alles im Griff, inklusive detailliertes Logbuch.

Aarösund hat nicht viel zu bieten, außer ein sehr nettes Badehotel und die Fähre nach der gegenüber liegende Insel Aarö, pendelt stündlich.
   

Morgen geht es zur Dyvig, wir werden Giselas Geburtstag vorfeiern.

Aarösund , abends 22  Uhr, Regen, windig, 16°

Törn Juni, Bagenkop und Ärösköbing

Dienstag, 09.06.2026Wir sind wieder unterwegs. Unsere alten Freunde Niki und Klaus aus Ulm wollen mit uns die dänische Südsee erkunden.

Los ging es am Montagmorgen um 10:30 Richtung Bagenkop bei schwachem Wind aus Südwest. Erst hinter Kiel Leuchtturm konnten wir Segel setzen und krochen dann mit 2 bis 3 Knoten Richtung Bagenkop.
Für 18:00 hatte ich schon am Freitag einen Tisch für 4 Personen reserviert, zum köstlichen Fischbuffet im Bagenkop Kro. Giselas Befürchtung: Bei der Geschwindigkeit haben wir keine Chance, rechtzeitig anzukommen.
Aber der Wind frischte dann doch immer mehr auf und wir waren kurz nach 17:00 im Hafen fest. Im Gegensatz zu unserem Besuch über Christi Himmelfahrt war der Hafen nur gering besucht, wir konnten uns einen Platz ganz vorne aussuchen.

Das Fischbuffet im Bagenkop Kro war wie immer sehr gut, und wie immer haben wir viel zu viel gegessen. Der 10-Minuten Fußmarsch zurück zur Lambo hilft natürlich ein bisschen und ein Kräuterschnaps tut ein Übriges.

Der erste Tag klang mit Erzählen, Gelächter und ein Gläschen Wein aus und es war schon Dienstag, als  wir in die Kojen krochen. Das Ziel für Dienstag war Ärösköbing.

In der Nacht zum Dienstag frischte der Wind immer mehr auf, es regnete stark und beim Frühstück um 08:00 hatten wir 5 bis 6Bft. Leinen los war dann um 09:30 und kurz hinter der Hafenausfahrt haben wir Segel gesetzt, allerdings nur Fock und Groß. Und doch ging die Post ab mit 6,5kn in der Spitze.
Durch die engen Rinnen von Marstal nach Ärösköbing wollte Gisela bei 5 bis 6Bft nicht unter Segel laufen, und der Wind kam dann auch immer vorlicher ein. Kurz vor der Ansteuerungstonne Marstal wurden die Segel geborgen und die restlichen Meilen nach Ärösköbing unter Motor bewältigt.

Ärösköbing in der Vorsaison ist entzückend ruhig, keine Menschemassen, kein Rambazamba, einfach schön. Wir sind bei herrlichem Sonnenschein durch die Gassen geschlendert und haben vergeblich das tolle Gartenrestaurant gesucht, das wir mit Marcus und Ute mal besucht haben.  

 Dafür gehen wir heute ins Restaurant Mumm, auch mit einem schönen Innenhof.

Morgen geht es nach Lyo, eine kleine Insel ohne Schnickschnack.

Ärösköbing am Abend, immer noch 4Bft aus West, bewölkt, 18°

 

Nach Bagenkop

Freitag, 22.05.2026

Fehmarnsund ist ein Werfthafen (Schaich), ohne irgendeine Attraktivität. Wir haben hier 6 Tage auf die Reparatur des Lümmelbeschlags gewartet, waren dreimal in Burg zum Einkaufen und Essen, die drei Wege mehrmals angelaufen (Kimi war auch genervt, nie was Neues) und Bücher gelesen.

Gestern, nach 6 Tagen kam der geschweißte Lümmelbeschlag. Kein Witz, er hat auf Anhieb gepasst. War natürlich doch eine Frickelei, bis die Bolzen wieder passgenau in den Löchern waren. Permanentes Vor- und Zurücklaufen, vorne das Großfall einen Zentimeter hoch, hinten das Besanfall auch noch einen Zentimeter, war zu viel, der Baumniederholer muss doch abmontiert werden, usw. usw.
Aber irgendwann habe ich es geschafft, der Großbaum schwingt locker, das Großsegel ist wieder aufgetucht und wie können wieder segeln.

Durch die 6 verlorenen Tage ist natürlich unsere Planung komplett für die Tonne. Mittwoch müssen wir wieder zu Hause sein, Dienstag und Mittwoch gibt es Starkwind aus Nordwest, also keinen Ausflug weiter nach Osten.

Deshalb sind wir heute Morgen nach Bagenkop gesegelt, mäßiger Wind aus spitzem Winkel, aber wir konnten immerhin 11sm segeln.
Bagenkop ist kurz vor 16:00 schon ziemlich voll (Pfingsten), aber wir haben noch einen guten Platz vorne am Glockenturm. Vor ein paar Jahren wurde da ein kleines Ständchen geboten.

Wir werden hier zwei Tage bleiben und dann zurück nach Heikendorf segeln.

Bagenkop, 22:00, kein Wind, 18°

PS: Wir haben der Lambo ja auch einen neuen Faltpropeller gegönnt, jetzt kann auch ich rückwärts fahren, die Anschaffung hat sich gelohnt.

 

 

 

Start Mai 2026

Sonntag 17.05.2026

Highlights im Winterlager waren neben dem Üblichen die Reparatur der Heizung, Tankreinigung (der Diesel war eine grüne Brühe und konnte nicht mehr verwendet werden), Ersatz Wassermelder des Dieselvorfilters und ausbessern und lackieren der Fuß Reling Steuerbord. Auf einem 2 Tagestörn alleine habe ich alles getestet und es funktioniert. Die Saison kann beginnen.

Letzten Mittwoch, 13.05.2026 sind wir von Heikendorf aus Richtung Osten gesegelt, das Ziel war Heiligenhafen. Bernd und Doris wollen wir dort treffen, haben wir durch Ute und Markus kennengelernt. Eine Runde Doppelkopf steht auf dem Plan.

Da es noch früh in der Saison ist, werden wir leicht einen Platz im Hafen finden, deshalb ging es erst um kurz von 09:00 los. Wind aus West mit 4 Bft versprach ein angenehmes Segeln für 39sm.

Dummerweise wird im Gebiet Todendorf/Putlos geschossen (Pistorius lässt trainieren), so dass wir oben um das Schiessgebiet herum segeln müssen, kostet uns 5sm extra. Abkürzen darfs du nicht, sofort wirst du angepreit und ein Wachboot hält auf dich zu.

Aber die Sonne scheint ein wenig, alles ist easy bis gegen 13:00 der Lümmelbeschlag am Großbaum bricht. Der Lümmelbeschlag verbindet Großbaum und Mast und ist der Drehpunkt des Großbaums.

Lambo in den Wind, Großbaum mit Tampen gesichert und Segel geborgen. Unter Besan und Fock geht es zunächst weiter.

Der Lümmelbeschlag ist schon einmal gebrochen, als wir 2024 in Schweden waren. In Stavsnäs hat man uns den Lümmelbeschlag geschweißt, war aber nicht durchgeschweißt wie man jetzt an der Bruchstelle sieht.

Ohne Groß und mit Wind genau von achtern rollt die Lambo fürchterlich, um 14:00 werden Fock und Besan geborgen und es geht die restlichen 10sm unter Motor nach Heiligenhafen.

Im Hafen fehlen 160 Liegeplätze, die Stege sind noch nicht fertig geworden, Termin war 1.4.26, wir sind in Deutschland. Nach einer halben Stunde haben wir einen freien Platz gefunden und quetschen uns in eine etwas zu schmale Box. Kimi ist froh von Bord zu kommen und Gisela geht mit ihm auf eine kleine Runde.
In der Nacht lässt uns ein permanentes Geräusch nicht schlafen. Nach einigem Suchen wird die Bilgepumpe lokalisiert, die Automatik funktioniert nicht, die Pumpe läuft permanent. Sicherung raus und Ruhe ist.

Am nächsten Morgen muss die Automatik kontrolliert werden. Nach dem Frühstück werden dann Gisela und Kimi des Bootes verwiesen, ich muss alles ausbauen und kann die Beiden nicht an Bord gebrauchen.
Batteriekabel bezeichnen, abklemmen, 150kg Batterien ausbauen, Batteriekasten und Abdeckplatte demontieren und dann kann ich die Bilgepumpe in über 1 Meter Tiefe sehen.
Unter dem Schwimmerschalter der Bilgepumpe hat sich die Schlauchtülle eines Kabelanschlusses verklemmt, muss vom Wassermelder des Dieselvorfilters stammen, den die Werft abgerissen hatte.

Ein Eimer Wasser in die Bilge und der erste Test funktioniert nicht. Die Pumpe dreht, aber fördert nicht. Wieder nach unten, Schalter ist frei, die Leitung muss verstopft sein. Von außen presse ich Wasser ein und die Leitung ist frei. Halb kopfüber fische ich in der Bilge die Verstopfung heraus und der zweite Test ist positiv, die Bilgeautomatik funktioniert wieder.
Rückbau: Abdeckplatte, Batteriekasten, 150kg Batterien, alle Kabel anklemmen, Funktionstest, Motorklappe zu und ich bin fertig und dreckig wie ein Schwein.

Mittlerweile ist es schon 16:45 und wir sind um 17:30 zum Abendessen verabredet. Ich räume das Boot auf, verziehe mich nach unten und suche frische Klamotten. Plötzlich ein Geschrei, ich hoch und sehe Kimi im Hafenbecken schwimmen. Hose aus, Uhr ab, den Kimi zur nahen Leiter locken und dann ins Wasser und den Kimi wieder auf den Steg bugsieren. War erfrischend.
Der Tag klingt dann doch nach einem geselligen Essen und anschließendem Doppelkopf gemütlich und amüsant aus. Es gibt so Tage.
  

Bilder Heiligenhafen
                   

Am Donnerstag ist Christi Himmelfahrt, Freitag ist Brückentag und keine Werft hat auf. In Fehmarnsund ist eine Werft, ich rufe an, wir können kommen und Anfang der Woche kann der Lümmelbeschlag geschweißt werden. Wir verlegen uns nach Fehmarnsund (6sm), dort ist schöner Sandstrand und göttliche Ruhe. Der Werftchef steht bereits am Steg, guckt sich das Malheur an und verspricht für Dienstag Reparatur.
 

Die nächsten Tage haben wir nichts Besonderes vor, spazieren, lesen, essen, schlafen und so weiter.

abends Fehmarnsund, bewölkt, Wind 4Bft NO, 13°