zurück in Möltemort

Donnerstag, 13.08.2026, Bagenkop

Donnerstagmorgen war Wecken um 7 Uhr, danach gab es ein ausgiebiges Frühstück. Das Ziel war ja der Heimathafen Möltenort mit festem Liegeplatz. Also keine Hektik, den Tag geniessen.

Die Bedingungen versprachen einen geruhsamen Tag mit Wind aus Südost und Stärke 3Bft. Raus aus dem Hafen Bagenkop wird Kurs 222 angelegt, die Segel gesetzt und dann ist das Tagewerk bis hinter Kiel Leuchtturm vollbracht. 2sm unter Motor und 27sm unter Segel haben das Segelkonto etwas verbessert, aber die Woche war doch ziemlich von Motorgeräusch geprägt.

Es war eine gemütliche Woche, meine Schwägerin Sr. Petra Maria hat jetzt eine Ahnung, was Segeln heißt und das es manchmal auch übel ist.

Ein Wermutstropfen (großer) ist aber geblieben. Mitten am Tag flackert das Navigationssystem, ein Alarm kommt, die Spannung der Bordbatterie ist unter 12V. Keine Ahnung.
Der Motor wird gestartet, läuft als Generator und lädt die Batterien. Spannung kommt wieder hoch, Ursachenforschung startet. Lange Rede, kurzer Sinn: Keine Ahnung.

Die nächsten Tage waren mit Fehlersuche ausgefüllt, Kurzschlüsse oder übermäßige Verbraucher habe ich nicht feststellen können. Ich vermute, das eine der Bordbatterien ihren Geist aufgegeben hat und die anderen zwei in den Abgrund gerissen hat. Das muss ich in den nächsten Tagen weiter eingrenzen.

Jetzt ist erstmal Pause bis Mitte September Christian aus Berlin eine Woche mit mir segeln will, ich freue mich drauf. Bis dahin

Mast- und Schotbruch

Möltenort, 17.08.2026, Wind 3Bft aus NW, bewölkt, 16°C, 23h

 

Marstal, Ærøskøbing

Eine Woche Segeln mit Sr Petra Maria. Ein Schnupperkurs um zu sehen, ob das eventuell Spaß machen könnte.

Geplant war Bagenkop oder Marstal, dann Ærøskøbing (Ärösköbing), Lyö, Dyvig, Sønderborg, Maasholm und zurück nach Möltenort.

Am Samstag, 08.08.26 von Möltenort in die dänische Südsee ist der nächste Hafen entweder Bagenkop oder Marstal. Wir sind nach Marstal 32sm hauptsächlich motort, der Wind hat kaum die Segel gefüllt.

Erst beim Anlegen am späten Nachmittag legte der Wind zu und am Rundsteg mit den tiefen und elend breiten Boxen hatten wir dann doch leichte Probleme. Dalben verfehlt, Hilfsleine vom Nachbarschiff und ein bisschen hin und her springen und es war geschafft.
Marstal
 

Der nächste Hafen war Ærøskøbing, 10sm entfernt. Hauptsächlich geht es durch einen engen Tonnenstrich, flaches Wasser markiert von grünen und roten Tonnen, zwischen denen man fahren muss. Der Wind kam optimal aus Südost mit 4Bft, sodass wir sehr angenehme Segelstunden hatten.
 

Ærøskøbing ist für uns eines der schönsten Städtchen Dänemarks. Top gepflegt, kleine Gässchen, guter Hafen, schöne Restaurants (Arnfeldt ist nicht billig, aber sehr gut) und nette Boutique.

 

Der Reiseplan löste sich dann aber in Luft auf. Der Wind legte im Laufe des Abends immer mehr zu und um Mitternacht blies es mit 7Bft ordentlich aus Nordwest. Und laut Windvorhersage sollte es die nächsten zwei Tage so bleiben. Danach war Westwind vorhergesagt.
Damit war Lyö (Richtung Nordwest) und Dyvig (Richtung West) keine Option mehr.

Die Vorhersage trat so ein. Montag und Dienstag blies es in der Spitze im Hafen mit 7Bft, kein Wetter für Neulinge.

Es gab Alternativen. Jeden Abend wurden die Karten gewärmt und Binokel gespielt, mit unterschiedlichem Erfolg und manchmal Regeldiskussionen, die aber durch Nachfrage beim Binokelmeister Harald ausgeräumt wurden. Schwimmen war nur für Kimi angesagt, die Großen vergnügten sich beim Minigolf.
 
 

Deshalb wird es morgen nach Bagenkop gehen, wo wir uns das Fischbuffet im Bagenkop Kro gönnen.
 

Ærøskøbing, 21 Uhr, 19°, Wind Nordwest 4Bft

Gestern Abend wurde es zu spät. Mittlerweile (Mittwoch, 14 Uhr) sind wir in Bagenkop, kein Wind.

 

Gedser, Burgtiefe, Möltenort

Wir sind wieder zu Hause, von Gedser (Falster) über Burg (Fehmarn) nach Heikendorf.

Die Windvorhersage für Montag Gedser war 3 bis 4Bft aus Südost. Aber es waren nur maximal 3Bft als wir um 7 Uhr „Leinen los“ machten. Bis kurz vor 9 Uhr haben wir uns knapp 4sm segelnd nach Süden gehangelt, so kommen wir nicht im Hellen an. Es sind immerhin 30sm bis Burg.
Motor an, Kurs 245, Langeweile.
Um 14:20 sind wir im Rundhafen Burgtiefe und der Wind frischt wieder auf. Um 17 Uhr bläst es wieder mit guten 4Bft. Fazit: Frühes Ablegen ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Anderseits weis man nicht, ob für Spätkommer noch Platz im Hafen ist.

Nach Heikendorf am Dienstag kam der Wind aus Südost in 4Bft, schön von schräg achtern. Die Marine hatte auf Schießübungen verzichtet und so konnten wir hinter der Fehmarnsund Brücke direkt die Kieler Förde anliegen. Zwischendurch hatte der Wind dann auch wieder einen Hänger, aber es waren 50:50 Segel- und Motormeilen.
Gegen 18 Uhr war der Segeltag vorbei, „Leinen fest“ aus unserem Liegeplatz.

Am 8. Juli sind wir gestartet, haben 170sm unter Segel und 145sm unter Motor geschafft, alles ist heil geblieben, nur Kimi ist zweimal ins Hafenbecken gefallen.

Am Nachmittag kommt Giselas Schwester und am Samstag, 08.08.26 geht es wieder los für eine Woche dänische Südsee.

Möltenort, 07.08.2026, 09:30, bedeckt, 21°

 

Hesnæs und Gedser

Sonntag, 02.08.2026, Gedser

Wir werden noch Hafenlieger, schon wieder drei Tage in einem Hafen – aber wir sind ja nicht auf der Flucht. Wenn man auf günstige Winde warten kann, ist das alles viel entspannter. Irgendwann ist es doch an der Zeit, denn Sr. Petra Maria (Giselas Schwester) will nächste Woche mit uns segeln.

Am Mittwoch, 29.07.26 haben wir den kleinen Hüpfer (13sm) von Klintholm nach Hesnæs auf Falster gemacht, ganz schwacher Wind. Wir haben die Segel nur pro forma hochgezogen, aber dann ein Einsehen gehabt und doch motort.

Der Hafen Hesnæs ist nach der Sturmflut 2023 seit 01.07.26 wieder geöffnet und ist richtig gut geworden. Es wurden in die Restaurierung 45 Mill dkk (6 Mill €) gesteckt, erstaunlich für so einen kleinen Hafen.
Es ist noch nicht alles fertig, die Bäckerei hat noch zu (es gibt nur ein kleines Cafe als Provisorium), an der großen Pier an Backbord fehlen noch Kreuzpoller und per Automat kann man noch nicht bezahlen.
Der Gemeinde entgeht viel Geld, weil der Hafenmeister erst so gegen 11h zum Kassieren kommt. Da sind die Schiffe, die abends angekommen sind und weiter wollen schon wieder weg. Und das sind die meisten.

Auch scheint das eine oder andere Haus renoviert worden zu sein, man sieht tolle Reeddächer.
 

Sonst ist Hesnæs für uns nahezu ideal, schöne Spaziergänge durch lichte Wälder, Badestrand für Kimi und den Rest der Mannschaft (haha) und natürlich das tolle Restaurant Pomle Nakke. Am Donnerstag hatten wir einen Tisch 2 Tage vorher reserviert, ist zwingend erforderlich. Ein Fußmarsch von 30 Minuten durch Buchenwald an der Abbruchkante entlang und man sitzt auf der Terrasse mit Blick über die ganze Bucht.

Laut Wettervorhersage sollte es am Abend ein Gewitter geben und einzelne Tröpfchen haben wir auch auf dem Weg zurück abgekriegt. Zurück auf der Lambo ging es dann los. Der Himmel war schwarz, einzelne Blitze in der Ferne, dann Regen und Wind. Es hat mit 20m/s im Hafen geblasen, das sind 8Bft. Unser Nachbar war ganz begeistert und hat immer wieder die Windwerte rüber gebrüllt. Vorsichtshalber waren noch zwei Leinen ausgebracht, sicher ist sicher.

Die Windvorhersage für den Samstag, 01.08.26 Richtung Süden war nicht berauschend (Wind Nordwest, 2-3Bft) , aber wir wollten los nach Gedser an der Südspitze von Falster. Es war zwischendurch ziemlich zäh, wurde im besser Richtung Gedser und beim Anlaufen im Hafen waren es 5Bft. Es gab noch längsseits Platz und so hatten wir keine Probleme.

In Gedser werden wir noch eine Nacht bleiben, weil dann der Wind von West auf östliche Richtungen dreht, und zwar für 2 Tage. So kommen wir am Montag nach Burg auf Fehmarn und am Dienstag nach Möltenort in den Heimathafen.

Gedser, 18 Uhr, 23°, Wind Südost 3Bft